Seit mehr als sieben Jahren werden die Generalsanierung und der Umbau unserer Schule geplant. Bald sollte die Renovierung eigentlich abgeschlossen sein, aber schaut man sich die Schule an, sieht man noch keine Fortschritte.Die Sanierung wird immer weiter nach hinten geschoben, was unter anderem auch an der sechsjährigen Planungszeit für den Entwurf liegt. Doch nun ist endlich ein erster Vorentwurf des Architekturbüros Nebelpössl erschienen, und im Jahr 2026 werden alle in ein Interimsschulgebäude aus Holz einziehen. Vielleicht klappt es ja. Redakteur Tom hat mit dem Architekten Peer Halfwassen über seine Pläne für die Kreuzgasse gesprochen.
Was haben Sie für die Kreuzgasse geplant?
Die denkmalgeschützten Gebäudetrakte aus den 1950er und 1960er Jahren sollen durch Renovierungsmaßnahmen erhalten bleiben, während neuere Gebäudeteile, darunter die in den 1980er Jahren errichtete Dreifachsporthalle, abgerissen werden. Auf dem Schulgelände entsteht ein moderner Neubau, der Räume für Unterricht, Verwaltung und Sport bietet. Der Neubau soll auch eine Sechsfachturnhalle und Dachgärten enthalten, die den durch den Neubau eingeschränkten Schulhof erweitern soll. Auch, wie es der erste Architekt der Kreuzgasse, Karl Hell, eigentlich angedacht hatte, sollen einige der Fenster des denkmalgeschützten Teils über dem Haupteingang bunt gemacht werden.
Alte Rohrleitungen und veraltete Elektrik machten Neubau und Renovierungen unverzichtbar. Mit dem Projekt wird die komplette Gebäudetechnik auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem soll die Renovierung ermöglichen, einen weiteren Klassenzug aufzunehmen. Zusätzlich soll die geplante Sechsfachturnhalle zusammen mit dem Berufskollegium Ehrenfeld an der Weinsberg-straße genutzt werden, weshalb es zu den Turnhallen auch einen weiteren Zugang gibt.
Was passiert während der Bauzeit mit der Schule?
Bis das Bauprojekt abgeschlossen ist, wird es im Alltag für Schüler:innen und Lehrer:innen einige Herausforderungen geben. Der Unterricht wird in einen Interimsbau verlegt, der auf dem Sportplatz in Modulbauweise errichtet wird. Eine provisorische Turnhalle wird als Ersatz für den Sportunterricht genutzt werden. Die Bauarbeiten des Neubaus und des Altbaus sollen gleichzeitig stattfinden, so dass alle Schüler:innen im Interimsbau unterrichtet werden. Auch die naturwissenschaftlichen Fächer, die momentan im E-Trakt unterrichtet werden, werden in diesem Interimsbau unterrichtet werden.
Um die Details und die Besonderheiten der Renovierung zu verstehen, haben wir Peer Halfwassen vom Architektenbüro Nebel Pössl Architekten, dass die Sanierung des Gymnasiums Kreuzgasse plant, interviewt. Dabei ging es besonders um den Neubauteil der Schule, die neue Raumaufteilung und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bauweise, aber auch über die denkmalgeschützen Gebäudeteile und deren Renovierung.
Um den gestiegenen Platzbedarf der Schule zu decken, wird im Neubaukonzept mit sogenannten Clusterräumen gearbeitet. Diese modernen Lernlandschaften ermöglichen eine flexible Raumnutzung und sollen den Unterricht in mehreren Fachrichtungen fördern. Im Bereich der Naturwissenschaften sind beispielsweise Labore und Klassenräume vorgesehen, die durch flexible Wandlösungen offen gestaltet und bei Bedarf geschlossen werden können. Zusätzlich werden Sicherheitsvorkehrungen wie neue Treppen-häuser und Rettungswege integriert.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Bauplanung ist die Entscheidung für einen nachhaltigen Modulbau des Interimgebäudes.
Da dieser dreigeschossige Interimsbau, der ab 2026 auf dem Sportplatz von allen Schüler:innen bezogen wird, für mehrere Jahre in Betrieb sein wird, soll er aus Umweltschutzgründen nicht wie das Modul auf dem Schulhof in Containern, sondern aus Holz gebaut werden. Diese Module können später abgebaut und an anderen Schulen oder anderen Projekten der Stadt Köln wiederverwendet werden.
Der jetzige B-Trakt, also der Teil, wo sich Sekretariat und Aula befinden, soll soweit es geht Verwaltung bleiben, aber wird von innen erneuert. Auch der A-Trakt soll von innen erneuert werden, und Klassenräume, die für die Sekundarstufe I genutzt werden, bleiben erhalten.
Warum hat es so lange gedauert, einen ersten Entwurf fertigzustellen?
Die Planungszeit für den Neubau und die Sanierung unserer Schule hat sich ziemlich in die Länge gezogen, und das lag vor allem an den vielen Leuten und Firmen, die mitreden und mitentscheiden mussten. Außerdem hat die Planung, insbesondere mit dem Denkmalschutz, die Renovierung nach hinten verschoben. Auch die Suche nach Totalunternehmern hat das Projekt weiter verschoben.
Was kostet das alles?
Finanziell wird die Sanierung nicht günstig verlaufen. Die Kosten für die Renovierung und Sanierung unserer Schule werden derzeit auf ungefähr 50 bis 60 Millionen geschätzt, dazu kommt der Bau des Interims für ungefähr 56 Millionen Euro. Insgesamt wird das Projekt jetzt
auf 113 Millionen Euro geschätzt, wobei zusätzliche Kosten durch Inflation und steigende Rohstoffpreise erwartet werden.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Stadt sucht gerade einen Totalunternehmer, der Planung und Bau zusammen machen soll und so eine möglichst effiziente und kostensparende Umsetzung garantieren soll.
Durch den Einsatz eines Totalunternehmers muss die Planung noch einmal überarbeitet werden. Die vorherige Planung wird dabei nicht komplett verworfen, sondern als Inspiration genutzt. Der Totalunternehmer wird die Entwürfe so optimieren, dass das Budget eingehalten und die Pläne gegebenenfalls angepasst werden können. Die aktuelle Planung stellt somit nur eine Grundidee dar und wird vom Totalunternehmer noch verändert.


