„Köln muss sozial gerechter werden“
Wir haben mit dem Kölner Oberbürgermeisterkandidaten Kockerbeck über seine politischen Ziele, persönliche Werte und Visionen für die Stadt gesprochen.
Politische Schwerpunkte
Frage: Herr Kockerbeck, welche politischen Schwerpunkte möchten Sie in Köln umsetzen?
Kockerbeck: Mein Ziel ist, dass Köln deutlich sozial gerechter wird. Dafür brauchen wir eine starke soziale Infrastruktur: wohnortnahe Kitas mit guter Personalausstattung, ausreichend Schulplätze und vor allem bezahlbaren Wohnraum.
Frage: Wie wollen Sie das in Zusammenarbeit mit anderen Parteien erreichen?
Kockerbeck: Ich möchte eine zweite städtische Wohnungsgesellschaft gründen. Denn die private Wohnungswirtschaft baut fast nur Luxuswohnungen, keine bezahlbaren. Hier sehe ich auch Anknüpfungspunkte mit anderen Parteien, die SPD unterstützt das, bei den Grünen ist es umstritten. Ich hoffe aber auf eine breite Mehrheit.
Frage: Köln hat viele Baustellen: Verkehr, Wohnen, Digitalisierung. Wo sehen Sie die größte Dringlichkeit?
Kockerbeck: Wohnen ist für mich das zentrale Thema. Es braucht ein starkes Wohnungsamt, das Mieterschutz ernst nimmt und gegen Mietwucher vorgeht. Außerdem soll die neue Wohnungsgesellschaft 2000 Wohnungen pro Jahr bauen.
Gesellschaft und Stadtleben
Frage: Was möchten Sie für Jugendliche, Studierende und Familien konkret verbessern?
Kockerbeck: Familien brauchen bezahlbaren Wohnraum und einen guten öffentlichen Nahverkehr. Jugendliche müssen am Wochenende oder abends problemlos in alle Stadtteile kommen, das geht nur mit besseren Verbindungen. Wichtig sind auch sichere Radwege und mehr Jugendzentren, besonders in Stadtteilen mit geringem Einkommen.
Frage: Welche Maßnahmen planen Sie gegen soziale Ungleichheiten?
Kockerbeck: Soziale Ungleichheit zeigt sich vor allem beim Wohnen. Hohe Mieten belasten besonders ärmere Familien. Deshalb brauchen wir mehr städtische Kitas und eine bessere Infrastruktur in allen Vierteln.
Frage: Und wie fördern Sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer vielfältigen Stadt wie Köln?
Kockerbeck: Soziale Gerechtigkeit stärkt automatisch den Zusammenhalt. Wenn Menschen das Gefühl haben, benachteiligt zu sein, entstehen Spannungen. Köln muss eine Stadt sein, die alle Menschen unterstützt, das schafft ein positives Klima.
Persönliche Motivation
Frage: Was hat Sie dazu bewegt, für das Amt zu kandidieren?
Kockerbeck: Ich bin Lehrer und sehe täglich, wie schwierig das Leben für viele Familien ist. Niedrige Einkommen, wenig Zeit für Kinder, das darf nicht sein. Darum engagiere ich mich.
Frage: Welche Werte prägen Ihre Politik?
Kockerbeck: Freiheit, Solidarität, Selbstbestimmung und Demokratie. Ich möchte, dass alle Menschen mitbestimmen können und selbstbestimmt leben.
Frage: Was unterscheidet Sie von anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Kockerbeck: Ich sage auch, wie wir das alles finanzieren wollen: durch eine moderate Erhöhung der Gewerbesteuer. Das würde Köln rund 130 Millionen Euro mehr pro Jahr bringen. Außerdem will ich bundesweit mehr Geld für die Kommunen einfordern.
Globale Verantwortung
Frage: Welche Verantwortung trägt Köln in der globalen Klimakrise?
Kockerbeck: Eine sehr große Rolle. Wir müssen den Autoverkehr reduzieren, indem wir Bus und Bahn sowie Radwege ausbauen. Auch die Wärmewende , also klimafreundliches Heizen, ist entscheidend.
Frage: Wie kann Köln internationaler werden?
Kockerbeck: Köln ist längst eine Einwanderungsstadt. Wichtig ist, dass sich alle Jugendlichen angenommen fühlen. Austauschprogramme müssen für alle Schulen zugänglich sein, auch in Vierteln, in denen Eltern sich Reisen oft nicht leisten können.
Ziele und Wünsche
Frage: Wo sehen Sie Köln in fünf Jahren?
Kockerbeck: Ich wünsche mir, dass wir viele neue Stadtbahnverbindungen haben, etwa nach Rondorf oder in den Kölner Norden. Außerdem mehr bezahlbare Wohnungen und genügend Gesamtschulplätze, damit kein Kind mehr abgewiesen wird.
Frage: Was wünschen Sie sich von den Bürgerinnen und Bürgern?
Kockerbeck: Eine aktive Stadtgesellschaft! Menschen sollen Missstände ansprechen, protestieren und sich einmischen. Nur so bewegen wir Köln gemeinsam.
Frage: Welche Rolle spielen gerade junge Menschen?
Kockerbeck: Jugendliche sollen ihre eigenen Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt entwickeln und Forderungen stellen. Dafür brauchen wir mehr Partizipation und Freiräume.
Frage: Und was wäre für Sie ein persönlicher Erfolgsmoment?
Kockerbeck: Wenn die Stadtpolitik spürbar sozialer wird und die Menschen merken: Köln bewegt sich in die richtige Richtung. Dann hat sich meine Kandidatur gelohnt.
Insgesamt handelte es sich um eine ausgesprochen bereichernde und zugleich hochinteressante Erfahrung, die nicht nur neue Einblicke eröffnete, sondern auch zu weiterführenden Fragen und Diskussionen anregte.


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