Ahmed und Tom von Cross News Cologne haben sich mit Matthias Büschges, Kandidat der AfD für das Amt des Oberbürgermeisters von Köln, getroffen. Ziel war es, Einblicke in seine politischen Schwerpunkte, Visionen für die Stadt und Pläne für verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu erhalten. In einem ausführlichen Interview haben wir über Familienpolitik, Verkehr, soziale Ungleichheit, Kultur und die Rolle der Jugendlichen gesprochen, um unseren Leserinnen und Lesern eine Orientierung bei der Oberbürgermeisterwahl zu bieten.
CNC: Welche politischen Schwerpunkte setzen Sie als Oberbürgermeister in Köln um?
Matthias Büschges: Für mich ist es sehr wichtig, dass ich kürzlich zum dritten Mal Vater geworden bin. Ich weiß, wie anstrengend es ist, sich durch den Kölner Behördendschungel zu kämpfen. Ich möchte einen behördenfreien Monat einführen, damit Eltern Zeit mit ihrem Kind haben. Mir fehlt die Wertschätzung gegenüber Eltern, das ist ein Schwerpunkt von mir. Ich möchte, dass Eltern ihre Kinder willkommen heißen können, ohne sofort mit Formalitäten überflutet zu werden.
Zudem plane ich, die KVB zu verbessern: solide finanziert, zuverlässig und sicher, sodass jeder frei entscheiden kann, wie er sich fortbewegt. Straßen müssen in gutem Zustand sein, und der Verkehr sollte ohne Experimente möglich sein. Sauberkeit ist ein weiteres zentrales Thema. Mülleimer müssen regelmäßig geleert werden, und die Kölner sollen wieder stolz auf ihre Stadt sein. Köln hat eine lange und bedeutende Geschichte, die den Menschen nähergebracht werden muss, damit Lokalpatriotismus entsteht. Mit gutem Beispiel voranzugehen ist entscheidend.
CNC: Und wie wollen Sie das umsetzen? Zum Beispiel in Zusammenarbeit mit anderen Parteien?
Matthias Büschges: In den letzten zehn Jahren gab es kaum Kooperationen. Hinter den Kulissen gab es Gesprächsangebote, aber Anträge wurden oft nicht umgesetzt. Wir wollen weiterhin Sachpolitik machen, die auf Köln ausgerichtet ist, und hoffen auf Gesprächsbereitschaft anderer Fraktionen. Ich bin realistisch, dass es schwer sein wird, große Durchbrüche zu erzielen, aber wir bleiben bei der Sache.
CNC: Wo sehen Sie die größte Dringlichkeit? Bei Verkehr, Wohnungen oder Digitalisierung?
Matthias Büschges: Alle Themen sind eng miteinander verbunden. Verkehr ist unverzichtbar, und zugleich besteht eine eklatante Wohnungsnot. Wir müssen mehr bauen und den Verwaltungsaufwand reduzieren, damit schneller gebaut werden kann und Investoren angesprochen werden. Gleichzeitig darf die Verkehrswende nicht vernachlässigt werden, weil jeder sich bewegen können muss.
CNC: Was möchten Sie für Jugendliche, Studierende oder Familien verbessern?
Matthias Büschges: Ein Familienausschuss soll Räume für Jugendliche schaffen, damit sie nicht verloren gehen. Begegnungscafés, die Selbstorganisation ermöglichen, und weitere Projekte gegen Einsamkeit sind wichtig. Junge Familien könnten vom erweiterten Willkommenspaket profitieren, etwa mit kostenfreien Sportvereins-Mitgliedschaften oder Angeboten für Eltern-Kind-Aktivitäten. Besonders Alleinerziehende brauchen Unterstützung, um psychische Belastungen wie Wochenbettdepressionen vorzubeugen.
CNC: Welche Maßnahmen planen Sie gegen soziale Ungleichheit?
Matthias Büschges: Soziale Ungleichheit wird auf kommunaler Ebene kaum vollständig zu beheben sein. Schuluniformen können den sozialen Druck mindern. Viel wichtiger ist, Engagement zu fördern, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zu geben, Freundschaften zu schließen und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Auch kleine Initiativen können Unterschiede ausgleichen.
CNC: Was hat Sie persönlich motiviert, OB zu kandidieren?
Matthias Büschges: Ich arbeite seit zehn Jahren für die AfD, seit 2019 als Fraktionsgeschäftsführer, und seit 2020 im Stadtrat. Unter Henriette Reker wurden Missstände nicht genug angegangen. Mein Fokus liegt auf Familien, Sicherheit und Kindergartenplätzen. Ich möchte nahe an den Problemen der Bürger sein und konkrete Lösungen umsetzen. Dabei geht es nicht um Prestigeprojekte, sondern um die Verbesserung der Lebensqualität.
CNC: Welche Werte haben Ihre politische Laufbahn geprägt?
Matthias Büschges: Loyalität, Verbindlichkeit und greifbare Politik sind mir besonders wichtig. Viele Menschen fühlen sich von der Politik entfremdet, und ich antworte auf jede Anfrage persönlich. Bürgernähe und Transparenz sind Grundpfeiler meines Handelns. Es ist entscheidend, Politik verständlich und zugänglich zu machen, damit die Menschen Vertrauen haben.
CNC: Welche Verantwortung trägt Köln in der globalen Klimakrise?
Matthias Büschges: Wir müssen realistisch sein: Eine Kommune kann global wenig verändern, aber Vorbildfunktionen erfüllen. Verkehrsangebote sollen attraktiv gestaltet werden, nicht durch Verbote eingeschränkt. Jeder soll sich frei bewegen können, mit Auto, Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Ideologiefreie, praktikable Lösungen, sind entscheidend.
CNC: Wie kann Köln internationaler werden?
Matthias Büschges: Köln ist bereits international geprägt. Museen, Dom und Karneval sind Alleinstellungsmerkmale. Kultur muss authentisch und zugänglich bleiben. Wir sollten die vorhandenen Angebote bündeln, um Besucher gezielt anzusprechen und Köln als kulturellen Magnet zu stärken. Ehrlichkeit und Authentizität sind dabei der Schlüssel.
CNC: Was möchten Sie in den ersten 100 Tagen umsetzen?
Matthias Büschges: Zuerst die Verwaltung kennenlernen, Mitarbeiter und Abläufe verstehen. Dann den Haushalt sondieren, um Stellschrauben für Verbesserungen zu identifizieren. Infrastruktur und Projekte werden nach und nach optimiert, wobei Priorität auf dringende und realistische Maßnahmen gelegt wird. Transparenz und Kommunikation sind mir dabei besonders wichtig.
CNC: Wo sehen Sie Köln in fünf Jahren?
Matthias Büschges: Eine saubere, sichere Innenstadt, gepflegte Spielplätze und Jugendzentren. Köln in seiner Großartigkeit, wo Menschen sich wohlfühlen und Stolz empfinden. Wenn Bürger die Verbesserungen wahrnehmen und sich wieder mehr mit der Stadt identifizieren, ist viel erreicht.
CNC: Was wäre ein persönlicher Erfolgsmoment?
Matthias Büschges: Der Weg selbst ist ein Erfolg. Seit meiner Kandidatur habe ich viele Menschen kennengelernt und ihre Sichtweisen aufgenommen. Authentisch bleiben, nah an den Bürgern sein, ist für mich bereits ein großer Triumph. Die Ergebnisse im Amt wären dann eine zusätzliche Bestätigung.
CNC: Was wünschen Sie sich von den Bürgern?
Matthias Büschges: Politik greifbar machen, aktiv auf Kommunalpolitik zugehen, Sorgen mitteilen. Nur gemeinsam kann die Stadt verändert werden. Die Bürger sollen verstehen, dass sie selbst Teil des Prozesses sind und ihre Ideen einbringen können.
CNC: Welche Rolle spielen Jugendlich eda?
Matthias Büschges: Jugendliche kennen ihre Lebenswirklichkeit am besten. Ihre Prioritäten, also saubere Schultoiletten und funktionierende Infrastruktur sollten im Fokus stehen. Mit Einbindung nn man viele Probleme lösen, weil sie oft Zusammenhänge schneller erfassen. Projekte, die nicht demokratiekonform arbeiten, sollten stattdessen Mittel für sinnvolle Initiativen erhalten, wie Klassenzimmer- oder Toilettensanierungen. So können wir langfristig die Lebensqualität der jungen Generati und sie aktiv in die Stadtentwicklung einbinden
Ahmed und Tom von Cross News Cologne haben sich mit Matthias Büschges, Kandidat der AfD für das Amt des Oberbürgermeisters von Köln, getroffen. Ziel war es, Einblicke in seine politischen Schwerpunkte, seine Visionen für die Stadt und seine Pläne für verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu erhalten. In einem ausführlichen Interview haben wir über Themen wie Familienpolitik, Verkehr, soziale Ungleichheit, Kultur und die Rolle der Jugendlichen gesprochen, um unseren Leserinnen und Lesern eine Orientierung bei der Oberbürgermeisterwahl zu bieten. Der folgende Artikel wurde zu Zwecken der Lesbarkeit gekürzt.
Frage von CNC:
Welche politischen Schwerpunkte setzen Sie als Oberbürgermeister in Köln um?
Antwort von Matthias Büschges:
Für mich ist es sehr wichtig, dass ich kürzlich zum dritten Mal Vater geworden bin. Ich weiß also, was es für einen frischgebackenen Vater bedeutet, sich durch den Kölner Behördendschungel kämpfen zu müssen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal von mir, das kein anderer Kandidat hat.
Ich möchte einen behördenfreien Monat einführen. Für Eltern ist es neben dem Kennenlernen des Babys total anstrengend, die ganzen Behördengänge zu erledigen. Ich sage daher, dass Eltern einfach mal Zeit brauchen. Das Kind muss ankommen dürfen und vernünftig willkommen geheißen werden, nicht etwa durch das Steueramt oder eine Steuernummer, sondern von der Stadt.
An diesem Punkt fehlt mir die Wertschätzung gegenüber den Eltern. Das ist ein Schwerpunkt, den ich habe. Zudem möchte ich die KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe) verbessern, wie es sich jeder wünscht. Ich möchte, dass sie solide finanziert und sicherer ist, denn ich bin der Meinung, dass jeder selbst entscheiden können sollte, wie er sich von A nach B fortbewegen möchte. Auch das ist einer meiner Schwerpunkte: die Ideologie ein wenig herauszunehmen. Wenn ich sage, ich fahre mit dem Auto, müssen die Straßen in Ordnung sein. Im Regelfall muss der Verkehr ohne irgendwelche Verkehrsexperimente möglich sein. Wenn jemand sagt, er fährt mit der KVB, muss gewährleistet sein, dass er zu jeder Zeit von jedem Ort zu jedem anderen Ort gelangt. Das nächste klassische Thema ist die Sauberkeit.
Hier habe ich einen anderen Ansatz. Wir sind uns alle einig, dass die Mülleimer öfter geleert werden müssen. Ja, das stimmt. Wir müssen es aber auch finanziell unattraktiver machen. Die finanziellen Mittel für die entsprechenden Truppen wurden gekürzt. Aber ich glaube, dass man auch viel mehr dahin kommen muss, den Kölnern wieder beizubringen, was für eine großartige Stadt Köln eigentlich ist.
Köln hat eine riesige Geschichte – sie ist die älteste Demokratie auf deutschem Boden. Für mich ist es ein Amt voller Demut, Oberbürgermeister zu sein. Der Hänneschen-Theater-Saal – das ist Kölner Geschichte. Es ist eine großartige Stadt. Wenn man den Menschen das wieder nahebringt – egal ob sie gebürtige Kölner oder Zugereiste sind –, wenn man ihnen vermittelt, was für eine großartige Stadt diese eigentlich ist, fängt jeder an, selbst darüber nachzudenken, wie man sie sauber halten kann. Ich glaube, dieser Lokalpatriotismus muss wieder in die Köpfe der Kölner hinein. Und da muss man mit gutem Beispiel vorangehen.
Frage von CNC:
Und wie wollen Sie das umsetzen? Also in Zusammenarbeit mit anderen Parteien, zum Beispiel dem Stadtrat. Wie planen Sie die Kooperation mit anderen Parteien?
Antwort von Matthias Büschges:
In den letzten zehn Jahren hatten wir keinerlei Kooperationen. Wir hatten zwar schon immer mal hinter den Kulissen Gesprächsangebote von anderen Parteien, die zu uns kamen und sagten: “Guter Ansatz, aber gebt uns lieber den Antrag, damit er in der Sache gestellt werden kann.” Wir haben Anträge schon mündlich beantragt und gesagt, vielleicht möchte der jeweilige Antragsteller das übernehmen. Eine Möglichkeit im Rat sind ja mündliche Änderungsanträge. Das wurde nicht gemacht, obwohl die Anträge in der Sache immer sinnvoll waren. Das haben auch die anderen Parteien zugegeben. Wir müssen hier also ziemlich dicke Bretter bohren.
Wir haben aber vor, selbstverständlich weiterhin Sachpolitik zu machen, die auf Köln ausgerichtet ist. Und wir hoffen dann auf die Gesprächsbereitschaft der anderen Fraktionen. Aber ich bin da eher pessimistisch.
Frage von CNC:
Sie haben eben schon gesagt, dass Köln eine Stadt ist, die sich ständig verändert und es immer wieder Baustellen gibt, die man verbessern könnte – zum Beispiel Verkehr, Wohnungen oder Digitalisierung. Wenn wir uns eines davon aussuchen könnten, wo sehen Sie die größte Dringlichkeit?
Antwort von Matthias Büschges:
Oh, das ist wirklich sehr schwer. Ohne das eine geht es nicht. Ohne Verkehr geht es nicht. Wir haben eine eklatante Wohnungsnot, die wir angehen müssen. Wir müssen viel mehr bauen. Und ich erinnere mich an diesen “Passierschein A38”. Ich gehöre zu der Generation, die diese Hochhausläufe und Passierscheine kennt. Das ist die Kölner Verwaltung. Du brauchst hier einen Stempel, du brauchst dort eine Genehmigung. Wenn man das alles auf ein Minimum reduziert und Möglichkeiten schafft, kann schneller gebaut werden und es wird attraktiver für Investoren. Das ist aber genauso wichtig wie die Verkehrswende, weil jeder die Möglichkeit haben muss, sich fortzubewegen. Das ist ein Zweiklang, den wir nicht trennen können.
Frage von CNC:
Das waren jetzt die politischen Fragen. Jetzt kommen wir zu den gesellschaftlichen Fragen. Was möchten Sie konkret für Jugendliche, Studierende oder Familien verbessern?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich habe ja schon gesagt, mir ist wichtig, dass wir einen Familienausschuss schaffen. Meine Frau ist Sizilianerin, und ich weiß, was es heißt, in einer Familie aufgenommen zu werden. Ich habe selbst fünf Geschwister. Und für uns war es immer schwierig: Wohin sollen die Jugendlichen? Welchen Raum schafft die Stadt für Jugendliche? Man kann natürlich Parks oder Einkaufsstraßen nehmen, aber damit sind Jugendliche nicht glücklich. Das ist ein verlorenes Thema. Dadurch verliert man diese Generationen an verschiedene Randgruppen. Sie wissen nicht genau, wo sie hingehören.
Ich glaube, wir müssen diesen Gruppen viel mehr Raum geben, gerade Jugendlichen, aber auch Studenten. Wir haben ein riesiges Problem mit Einsamkeit. Wenn man das ein wenig aufbricht und Möglichkeiten schafft, wie zum Beispiel Begegnungscafés, die man ja selbst organisieren kann – es gibt bereits einige Projekte der Stadt –, wenn wir solche Möglichkeiten schaffen, dann ist diesen Generationen sehr geholfen.
Und jungen Familien: Es gibt ja dieses “Kiwi”, das Kölner Willkommenspaket für frischgebackene Eltern. Ich glaube, wenn man das ein wenig ausweitet, mit einer kostenlosen Mitgliedschaft in einem Sportverein, zum Beispiel bei Kind-Eltern-Kind-Touren oder Ähnlichem, knüpft man sofort Kontakte und hat einen festen Termin. Das spielt in das Thema Einsamkeit mit hinein. Gerade junge Mütter, vor allem alleinerziehende mit einem Säugling, haben eine höhere Tendenz, eine Wochenbettdepression zu entwickeln. Das muss man auffangen. Es gibt viele, oder eigentlich viel zu wenige Projekte. Es gibt zwar Projekte, aber es wird zu wenig darüber gesprochen.
Frage von CNC:
Welche Maßnahmen planen Sie denn gegen soziale Ungleichheit in Köln?
Antwort von Matthias Büschges:
Wir haben selbstverständlich eine soziale Ungleichheit. Wir müssen uns aber auch darauf konzentrieren, was vor allem Jugendliche mitbringen. Selbstverständlich sind viele Diskussionen total spannend, ob Schuluniform oder nicht. Aber auch über Kleidung, Stil und das Elternhaus wird sich schon sehr stark definiert. Deswegen bin ich zum Beispiel ein großer Freund von Schuluniformen. Es macht ja nicht nur gleich, sondern es nimmt vor allem auch den Druck heraus – den Druck in den Klassen, für sich selbst, für die Gruppe und die Dynamik.
Nichtsdestotrotz werden diese sozialen Ungleichheiten auf kommunaler Ebene kaum zu beheben sein. Wir können es nur so attraktiv wie möglich machen und Kindern, Jugendlichen oder auch jungen Erwachsenen die Möglichkeit geben, sich zu engagieren und einen breiten Freundeskreis zu finden, um das ein wenig auszugleichen. Aber die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich werden wir in Köln leider nicht lösen können.
Frage von CNC:
Und jetzt zu den persönlichen Fragen. Was hat Sie persönlich dazu motiviert, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich arbeite seit zehn Jahren für die AfD-Fraktion, seit 2019 als Fraktionsgeschäftsführer und sitze seit 2020 selbst im Stadtrat. Und ich habe gesehen, dass unter Henriette Reker die Missstände verweichlicht wurden. Wir haben viele Altlasten übernommen.
Jeder Oberbürgermeister muss ein Projekt schaffen, das sein Leidenschaftsmerkmal ist. Das möchte ich aber nicht. Ich glaube, man macht sich damit unglaubwürdig, wenn man anfängt: „Ich möchte jetzt einen Eiffelturm hier in die Ecke stellen.“ Das ist utopisch. Aber es ist auch nicht wie die neue Oper, sondern wie eine Baustelle, die fertiggestellt wird. Deswegen müssen wir uns den Status quo ansehen, schauen, was sich lohnt, was wir umsetzen können, und daran arbeiten. Also erst einmal diese ganzen Prestigeobjekte fertigstellen, bevor ich sage, ich könnte etwas Eigenes schaffen. Aber das ist nur eines dieser vielen Themen.
Mir geht es um Familien, um Sicherheit, um Kindergartenplätze. Es ist ein riesiges Sammelsurium an Themen, bei denen ich im Stadtrat gemerkt habe, dass sie nicht funktionieren. Irgendwie ist der politische Wille nicht da, um auch den letzten Dreh zu machen. Wir haben, und darüber gibt es eine Statistik der Stadt Köln, eine Unterversorgung an Kita-Plätzen zum Beispiel. Ich bin davon akut betroffen und habe dieses Thema eingebracht, aber der politische Wille ist nicht da. Und da sage ich, ich glaube, wir brauchen für das Amt des Oberbürgermeisters jemanden, der sowohl im Leben steht als auch ganz nah an den Problemen dran ist. Ich glaube, wenn wir uns um die jungen Familien, um Kinder und um Jugendliche kümmern, können wir ganz viel erreichen.
Frage von CNC:
Davon unterscheidet sich auch die Nähe zu den Problemen und dieser politische Wille von den anderen Kandidaten.
Antwort von Matthias Büschges:
Ja, genau. Ich würde schon behaupten, dass ich einer der wenigen bin, der auch… ich habe mich gestern in Chorweiler auf eine Bank zu älteren Leuten gesetzt, die, ja, wie soll ich sagen, vertraulich gesprochen, eher nach Kölsch und Bauern klingen. Und die haben mich auch gefragt: “Was ist denn eure Verbindung zu der Stadt? Wir haben keine.” Und ich glaube, dass wir ganz viele Menschen in diese Beliebigkeit verloren haben, die sich denken: “Ach, es ist eigentlich egal, was vor meiner Tür passiert.” Und das in so einer großartigen Stadt wie Köln.
Ich würde mir wünschen, das zu betonen. Wenn jeder seinen Müll wegräumt und ich mit gutem Beispiel vorangehen kann, dann ist das das größte Geschenk, das ich dieser Stadt machen kann – voller Demut. Ich glaube, das ist es. Voller Demut, das Amt zu leiten. Mir geht es auch gar nicht um Prestige oder einen Fahrdienst, das brauche ich alles nicht. Ich möchte wirklich Köln verändern. Und ich glaube, wenn ich mit gutem Beispiel vorangehe, kann ich ganz viele Menschen mitnehmen.
Frage von CNC:
Welche Werte haben Ihre politische Laufbahn besonders geprägt?
Antwort von Matthias Büschges:
Ja, diese Wertefragen sind besonders spannend. Ich bin selbst ein sehr, sehr loyaler Mensch. Für mich ist es wichtig, dass es Verbindlichkeit gibt und ich mich auf Menschen verlassen kann. Und ich habe immer das Gefühl gehabt, dass die etablierte Politik sich so ein bisschen verabschiedet hat. Ich lasse mich da auch gerne auf eine Diskussion ein, aber für mich hat sich die Politik, gerade in Köln, wie aus einem Elfenbeinturm entwickelt, der auf die Kölner herabschaut und sagt: „Ihr müsst das jetzt aber alles so machen, wie ich das will.“ Und ich glaube, so funktioniert Politik nicht.
Ich glaube, man möchte einen greifbaren Politiker haben, den man anfassen kann, der auch mal durch die Einkaufsstraße geht. Und ich glaube, das fehlt. Das sind so die Werte für mich. Ich glaube, wir verlieren ganz viele Menschen, und das wird uns gerne nachgesagt, in die extrem rechte Ecke, aber vielleicht auch in die extrem linke Ecke, weil sie sagen: „Politik ist für mich nicht mehr greifbar.“ Ich weiß nicht, ob ihr die Kölner Abgeordneten im EU-Parlament kennt, oder noch mehr als mich aus dem Stadtrat. Und da sage ich, das ist eigentlich schade, weil das eure direkten Ansprechpartner sind, die direkt etwas für euch verändern können. Und deswegen: Ich habe in den letzten zwei Wochen Hunderte von Anfragen bekommen und ich beantworte jede Anfrage persönlich.
Weil die Leute eben den OB-Kandidaten Matthias Büschges fragen und nicht das Team um Matthias Büschges. Und ich glaube, dass das dazugehört, wenn man ehrlich und authentisch sein möchte.
Frage von CNC:
Auf globaler Ebene, welche Verantwortung trägt Köln Ihrer Meinung nach in der globalen Klimakrise zum Beispiel?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich glaube, dass wir als Kommune wegkommen müssen von dem Gedanken, dass wir sehr viel verändern können. Wenn wir aber eine Vorbildfunktion einnehmen und es ehrlich meinen, dann müsste auch eine ehrliche Verkehrsveränderung umgesetzt werden. Man müsste es nicht über Preise unattraktiv machen, Auto zu fahren, sondern man könnte die Taktung erhöhen und andere Gebiete anbinden. Wenn ich zum Beispiel aus Wesseling 20 Minuten mit dem Bus oder der Bahn in die Stadt brauche, dann fahre ich schon mit der Bahn. So muss man gar nicht an irgendwelchen Schrauben wie Benzinpreisen drehen, keine Verkehrsexperimente machen. Man kann es eben so attraktiv wie möglich machen, ohne Verbote. Und das geht.
Deswegen glaube ich, wenn wir die Ideologie ein wenig aus dem Klimawandel herausnehmen, dass wir dann, wenn wir etwas nüchterner an die Sache herangehen, erkennen werden, dass wir als Deutschland sowieso Vorreiter sind und in Köln allein gar nichts verändern können. Und ich weiß nicht, ob ihr das zufällig wisst: Es gibt diese Norm aus Brüssel, die vorschreibt, zwölf Meter von den Hauptstraßen entfernt zu messen. Diese NOx-Messungen werden ja in der Innenstadt und auf dem Ring quasi direkt am Auspuff gemessen. Die EU-Verordnung erlaubt aber, die Messungen bis zu, ich glaube, 12 oder 20 Meter entfernt durchzuführen. Das heißt, es könnte auch locker in der Nebenstraße sein, aber da wären die Werte wahrscheinlich alle in Ordnung. Das bedeutet, man hat natürlich immer so eine Art ideologische Verpflichtung, auch möglichst problematische Werte zu schaffen, um dann zu sagen: “Jetzt müssen wir aber alle über eine autofreie Innenstadt nachdenken.” Ich glaube, eine autofreie Stadt funktioniert nicht, weil zu viele Menschen auf das Auto angewiesen sind. Unabhängig von Feuerwehren und Rettungskräften brauchen gerade auch Rentner und Handwerker das Auto.
Die brauchen aber auch einen barrierefreien Zugang in die Innenstadt. Und Leute, die vielleicht einen Tiefgaragen-Stellplatz haben, weil sie das nötige Kleingeld dafür haben, sollen auch weiterhin Auto fahren, wenn sie das möchten. So funktioniert der Markt. Wenn man ein Konkurrenzprodukt schafft, das gut ist – und die KVB kann gut sein, wenn man sie lässt oder wenn man sie nicht kaputt spart oder andere Prioritäten setzt –, ist es durchaus möglich, auch alles attraktiver zu machen. Deswegen habe ich immer gesagt: Jeder soll sich so frei bewegen, wie er es möchte – mit dem Auto, dem Fahrrad, dem E-Roller, was auch immer. Wir müssen es nur ermöglichen. Und mehr soll die Stadt gar nicht tun.
Frage von CNC:
Viele Menschen hatten ja auch Probleme mit den Grünen, gerade weil sie viele Verbote, in Richtung Bundestag, mit einbeziehen wollen. Die Gesellschaft ist so einschränkend geworden, nur damit wir klimafreundlicher sind. Und das war das Problem für viele Menschen.
Antwort von Matthias Büschges:
Genau. Wir haben das Beispiel der Verkehrsregelung an der Trankgasse, direkt am Dom. Das ergibt doch gar keinen Sinn. Man muss außen herumfahren, über die Konrad-Adenauer-Straße, um dann diese paar hundert Meter wieder einzufahren. Wie möchte man das denn den Menschen erklären, die sagen: “Hey Leute, das ergibt doch gar keinen Sinn. Dann fahre ich lieber dadurch, als diese Umwege zu nehmen, wofür? Für das Klima?” Das kann man den Leuten nicht erzählen. Und das ist eben das große Glaubwürdigkeitsproblem der Grünen. Sie versuchen es nämlich dann damit zu argumentieren, dass wir es für das Klima brauchen. Das ist Unsinn. Und das verstehen die Leute langsam. Deswegen entzaubern sich die Grünen dadurch meiner Meinung nach selbst. Ich glaube nicht, dass es mit Verboten funktioniert, wenn man eine autofreie Innenstadt haben möchte, sondern man muss es attraktiv machen, andere Produkte zu nutzen. Und mehr ist dann auch nicht meine Aufgabe. Ich als Oberbürgermeister dürfte es niemals werten, wie ihr in die Innenstadt fahrt. Hauptsache, wenn ihr in die Innenstadt wollt, müsst ihr dort ankommen können.
Frage von CNC:
Wie kann und soll Köln überhaupt internationaler werden? Zum Beispiel im Bereich Kultur oder Austauschprogramme mit anderen Ländern?
Antwort von Matthias Büschges:
Köln ist sowieso schon ein Alleinstellungsmerkmal. Köln ist die meistbesuchte Stadt der Welt. Der Rhein ist der meistbesuchte Fluss. Und diese Kombination gibt es nirgendwo anders auf der Welt. Ich glaube, dass dieses überfordernde Angebot an Museen sowieso kaum genutzt wird. Ich finde es eigentlich sogar ziemlich schade, dass wir eine so riesige Anzahl von Museen haben, die alle ihr eigenes Ding machen. Ich glaube, wenn man es auf wenige Museen beschränken würde, würde es viel mehr Leute anziehen. Zum Beispiel das Römisch-Germanische Museum, wo unten amerikanische Präsidenten gesessen haben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Der Kölner Dom allein ist schon ein kulturelles Highlight. Auch das Wallraf-Richartz-Museum, das ist ja beeindruckende Kölner Geschichte.
Köln ist bereits international, so international, dass man es kaum mehr sehen möchte. Wenn man im Ausland ist, sagen alle Bekannten aus dem Kölner Umland, dass sie aus Köln kommen, weil jeder auf der Welt etwas mit Köln anfangen kann. Und damit meine ich gar nicht die Diskussion um den “Armlängen-Abstand”, sondern wirklich Kultur: der Kölner Dom, der Karneval. Wir müssen uns nicht verstellen, um erfolgreich zu sein. Wir müssen ehrlich und authentisch bleiben. Und ich glaube, das kann der Kölner.
Frage von CNC:
Wenn wir uns ein wenig auf Ihre Ziele fokussieren, was möchten Sie in den ersten 100 Tagen im Amt umsetzen? Oder was planen Sie?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich bin das schon oft gefragt worden. Das ist eine Frage, bei der jeder so eine Erwartungshaltung hat: Was kann oder was sollte der Oberbürgermeister umsetzen? Und ich werde Sie enttäuschen, wenn ich sage, mir geht es erst einmal darum, meine Verwaltung kennenzulernen. Mit wem arbeite ich zusammen? Wie sieht die Verwaltungsstruktur aus? Ich möchte die Leute kennenlernen, mit denen ich zusammenarbeite, bis hin zum untersten Rang.
Und dann muss ich anfangen zu sondieren. Man weiß offiziell, was alles im Haushalt steht. Aber ich muss erst einmal sondieren, wofür die Stadt so viel Geld ausgibt. Ja, ich weiß, dass wahrscheinlich etwas mehr als 90 % des Haushalts fix sind. Aber diese 10 %, das sind die Stellschrauben, an denen wir ein wenig drehen können. Und da muss ich sagen, welche Projekte gibt es? Muss man die alle durchfinanzieren? Können wir sie auch auf den Prüfstand stellen? Ich bin zum Beispiel ein großer Freund der Demokratieklausel. Wenn man zum Beispiel ein Projekt für irgendeinen Demokratieförderer hat, dann muss man diese Demokratieklausel, also das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, unterschreiben. Gleiches gilt für die Anmietung von öffentlichen Räumen. Aber das sind Sachen, die muss ich natürlich erst einmal sondieren. Und ich glaube, ich würde die Kölner für dumm verkaufen, wenn ich sagen würde, die KVB sei danach saniert und der Neumarkt sauber. Das ist eine Illusion. Das hat Frau Reker in zehn Jahren nicht geschafft. Es wäre also wirklich utopisch, wenn ich sage, das ist das erste, was ich mache. Deswegen wird meine Arbeit in den ersten 100 Tagen vor allem viel schriftliche Arbeit sein und darin bestehen, meine Mitarbeiter kennenzulernen.
Frage von CNC:
Viele Bürger erwarten ja auch immer, dass etwas so schnell wie möglich geändert wird oder welcher Politiker am schnellsten etwas verändert hat. Dabei geht es eigentlich nur darum, wann etwas wirklich verändert wird, ob das jetzt oder in einem Jahr ist, und um die Qualität der Änderung.
Antwort von Matthias Büschges:
Für mich ist das eben auch eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit. Natürlich habe ich hochgesteckte Ziele. Wenn ich Ihnen erzähle, in 80 Jahren ist der Neumarkt sauber, dann zeigen Sie mir ein Foto davon. Ich habe ein Modell in der Schublade für den Neumarkt. Das werden wir auch nachher noch einmal auspacken, weil wir das dann im Stadtrat einbringen. Aber selbst das, die Infrastruktur fehlt vollkommen. Ich muss ja erst einmal dafür Werbung machen, Aufschriebe machen und so weiter. Es ist vollkommen illusorisch, Ihnen jetzt irgendetwas anderes zu verkaufen, außer: Ich muss erst einmal schauen, was ich da habe. Ich glaube, damit macht man sich ehrlich.
Frage von CNC:
Wo sehen Sie Köln in fünf Jahren, wenn Sie Oberbürgermeister werden? Auch so eine ähnliche Frage.
Antwort von Matthias Büschges:
Das ist schon mal eine bessere Frage, weil man dann ungefähr weiß, wie der Stand in Köln ist. Und ich glaube, dass am Ende jeder für sich selbst bewerten muss. Ich sehe in fünf Jahren eine saubere und sichere Innenstadt. Ich sehe keine vollen Mülleimer mehr. Ich sehe Spielplätze mit vielen Kindern. Ich sehe auch mehr Jugendzentren. Ich sehe eigentlich Köln in seiner Großartigkeit, wie es so oft besungen wird – „war das früher schöner in Köln“. Ich glaube, es reicht mir schon, wenn jeder ein bisschen merkt: “Ach, das ist aber schön hier” oder “Das haben sie schön gemacht.” Das merkt man allein schon, wenn man durch eine saubere KVB läuft und keine Angst haben muss, von dem Junkie nebenan passiv zu rauchen. Das ist alles schon passiert. Deswegen ist es ganz individuell. Aber wenn jeder für sich bewerten kann: “Ach, das hat er eigentlich gar nicht so schlecht gemacht”, ist das das größte Kompliment.
Frage von CNC:
Was wäre für Sie persönlich ein Erfolgsmoment, bei dem Sie sagen würden, da hat es sich gelohnt, als Oberbürgermeister zu kandidieren?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich glaube, dass der Weg so ein bisschen das Ziel ist. Ich habe mich natürlich, vor allem am Anfang meiner Kandidatur, sehr darauf fokussiert zu sagen: “Ich möchte auf jeden Fall Oberbürgermeister werden” oder “Ich möchte in die Stichwahl kommen.” Mittlerweile sage ich, ich habe so viel über die Stadt und über die Menschen kennengelernt seit dem 17. Mai, seit meiner Bestätigung mit meiner Kandidatur, dass das schon das Ziel ist. Ich habe unglaublich viele tolle Leute kennengelernt, die alle auch ihre eigene Vision von Köln und ihre eigene Vorstellung haben. Ich glaube, das ist schon ein großer Triumphmoment für mich, weil ich dadurch zeigen konnte: Ich bleibe einfach ein bodenständiger Typ, der ich auch vorher war. Und ja, eigentlich habe ich meinen Erfolgsmoment schon. Das wird natürlich dann hoffentlich für eine gute Wahl gewürdigt, aber wir müssen uns da keine Illusionen machen, unter uns gesagt: Oberbürgermeister werde ich nicht. Aber wer weiß, es ist eine Runde Tüte.
Frage von CNC:
Ja, es ist alles möglich. Was wünschen Sie sich am meisten von den Bürgern in Köln, um gemeinsam Veränderungen zu erreichen? Auch falls Sie jetzt nicht Oberbürgermeister werden. Was wünschen Sie sich von den Bürgern?
Antwort von Matthias Büschges:
Also, ich habe ja gesagt, es gibt Hunderte von Anfragen. Ich glaube, die Kölner müssen anfangen, die Politik für sich greifbar zu machen. Man wird die Politik nicht zu den Menschen hinbewegen können, sondern die Menschen sollen noch aktiver auf die Politik zugehen. Sie sollen ihre Nöte und Sorgen mitteilen, und zwar ruhig auch der Kommunalpolitik. Denn so weit sind wir gar nicht entfernt. Ich bin auch ein ganz normaler Typ, der zu Hause mit Wasser kocht. Und ich hatte einen ganz interessanten Mailverkehr mit einem Biologie-Studenten. Es ging um die Katzen am Großmarkt. Ich sagte ihm, weil Sie das ja kennen, dort wird abgerissen. Er sagte, das sei total schade. Und er fragte, was ich denn als Oberbürgermeister machen würde. Ich habe ihm ganz ausführlich geantwortet. Er sagte: “So ein Zufall, mir hat keiner von den anderen OB-Kandidaten geantwortet.” Das wollte er mir noch mal rückmelden. Und ich habe ihm dann gesagt: “Lassen Sie uns doch in Kontakt bleiben. Sie haben eine Idee von Köln, Sie haben eine Idee von diesem Großmarkt. Und ich kann nur davon lernen.” Ich bin ja nicht allwissend und habe kein Allheilmittel. Ich kann nur von den Menschen lernen, die sich damit auskennen. Und ich glaube, das war für ihn ein total überraschender Moment, weil er gesagt hat: “Damit habe ich nicht gerechnet, dass diese Art von Antwort kommt.” Man kriegt von der Politik oft Phrasen, mit denen man im ersten Moment zufrieden ist, weil man denkt: “Das hört sich aber super an, was der da sagt.” Aber im Endeffekt ist das eigentlich auch nur heiße Luft. Deswegen ist für mich wichtig, auch in den nächsten fünf Jahren, sollte ich nicht Oberbürgermeister werden, dass die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten immer noch zu mir kommen können und müssen. Denn nur gemeinsam können wir diese Stadt verändern. Das wird ja nicht von oben diktiert, sondern ganz im Gegenteil, das ist eine gemeinschaftliche Arbeit. Und ich bin ja auch immer noch Bürger dieser Stadt. Zwar der erste Bürger, aber immer noch Bürger. Ich hoffe, dass, wenn man den Kontakt miteinander hält, das auch in Köln eine ziemlich tolle Sache werden kann.
Frage von CNC:
Welche Rolle spielen dabei Jugendliche?
Antwort von Matthias Büschges:
Kinder und Jugendliche sind gerade diejenigen, denen man am meisten zuhören müsste. Denn ihr seid nah an eurer Lebenswirklichkeit. Ihr habt die Infrastruktur Schule, ihr habt die Infrastruktur, um hierherzufahren. Ich weiß nicht, ob man hier gut auf die Toilette gehen kann. Ich müsste mich damit gleich mal beschäftigen. Aber das sind Dinge, die kann zum Beispiel die Kommunalpolitik viel eher lösen. Und wenn ich die Schüler direkt frage: “Was wäre euch wichtiger? Eine Städtepartnerschaft mit irgendeiner Stadt in, keine Ahnung, Kanada, oder saubere Schultoiletten?”
Antwort von CNC:
Dass unsere Schultoiletten sauber sind.
Antwort von Matthias Büschges:
Das ist zum Beispiel Politik zum Anfassen. Wir müssen anfangen, Prioritäten zu setzen, aber auch den Menschen zuzuhören, die nah an diesen Problemen dran sind. Also in dem Fall euch. Ich finde es ein Unding, dass die Schultoiletten – alle, auf denen ich bisher war – in einem miserablen Zustand sind. Wir haben in Pulheim zum Beispiel, oder war es in Wesseling, ich weiß nicht mehr genau, wurden die Eltern aufgefordert, die Schultoiletten mit zu sanieren. Ganz ehrlich, wir haben so viele Steuereinnahmen. Dafür muss doch Geld übrig sein. Deswegen glaube ich, wenn man sich viel mehr auf sich selbst konzentriert und dabei vor allem den Blick auf Kinder und Jugendliche richtet, die eben nah an diesen Problemen dran sind, ihnen zuhört und sie mit einbindet, dass wir dann ganz viele Probleme lösen können.
Das kann doch nicht zufriedenstellend sein. Es ist weder für Schüler zufriedenstellend, weil sie in eine sanierungsbedürftige Schule kommen und aus dieser sanierungsbedürftigen Schule auch wieder gehen. Die Politik versagt also in so vielen Dingen, und auch das ist ein riesiger Ansporn, den Kontakt zu den Menschen zu halten. Dann gehören natürlich Kinder, Jugendliche und Studenten dazu. Ihnen muss man aber aktiv zuhören. Deswegen sage ich: Schreibt mir einen Wunschzettel, den nehme ich mit. Natürlich muss ich das dann mit allen anderen Schülern auch machen. Aber wenn man radikal den Rotstift ansetzt, zum Beispiel bei Projekten, die niemals eine Demokratieklausel unterschreiben würden – die gibt es ja auch –, dann streicht man diesen die Mittel. Und dann ist auf einmal ein Klassenzimmer restauriert oder Toiletten oder eine Aula. Denn ich finde es ist ein Unding, dass wir das von Eltern abverlangen, die sowieso schon so viele Steuern zahlen. Und von Kindern und Jugendlichen, die sowieso schon mit dieser Realität konfrontiert sind, was der Staat eigentlich nicht für sie tut. Wieso soll man denn dazu motiviert werden, Steuern zu zahlen? Weil es die Eltern gemacht haben? Und da sind Kinder und Jugendliche sowieso viel weiter als Erwachsene, weil sie die Zusammenhänge auch eher hinkriegen. Globalisierung findet ja vor allem übers Handy statt. Dafür braucht man keine Zwangsfusion mit einer anderen Kommune, sondern man kann das Geld eher einsparen.
Ahmed und Tom von Cross News Cologne haben sich mit Matthias Büschges, Kandidat der AfD für das Amt des Oberbürgermeisters von Köln, getroffen. Ziel war es, Einblicke in seine politischen Schwerpunkte, seine Visionen für die Stadt und seine Pläne für verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu erhalten. In einem ausführlichen Interview haben wir über Themen wie Familienpolitik, Verkehr, soziale Ungleichheit, Kultur und die Rolle der Jugendlichen gesprochen, um unseren Leserinnen und Lesern eine Orientierung bei der Oberbürgermeisterwahl zu bieten. Der folgende Artikel wurde zu Zwecken der Lesbarkeit gekürzt.
Frage von CNC:
Welche politischen Schwerpunkte setzen Sie als Oberbürgermeister in Köln um?
Antwort von Matthias Büschges:
Für mich ist es sehr wichtig, dass ich kürzlich zum dritten Mal Vater geworden bin. Ich weiß also, was es für einen frischgebackenen Vater bedeutet, sich durch den Kölner Behördendschungel kämpfen zu müssen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal von mir, das kein anderer Kandidat hat.
Ich möchte einen behördenfreien Monat einführen. Für Eltern ist es neben dem Kennenlernen des Babys total anstrengend, die ganzen Behördengänge zu erledigen. Ich sage daher, dass Eltern einfach mal Zeit brauchen. Das Kind muss ankommen dürfen und vernünftig willkommen geheißen werden, nicht etwa durch das Steueramt oder eine Steuernummer, sondern von der Stadt.
An diesem Punkt fehlt mir die Wertschätzung gegenüber den Eltern. Das ist ein Schwerpunkt, den ich habe. Zudem möchte ich die KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe) verbessern, wie es sich jeder wünscht. Ich möchte, dass sie solide finanziert und sicherer ist, denn ich bin der Meinung, dass jeder selbst entscheiden können sollte, wie er sich von A nach B fortbewegen möchte. Auch das ist einer meiner Schwerpunkte: die Ideologie ein wenig herauszunehmen. Wenn ich sage, ich fahre mit dem Auto, müssen die Straßen in Ordnung sein. Im Regelfall muss der Verkehr ohne irgendwelche Verkehrsexperimente möglich sein. Wenn jemand sagt, er fährt mit der KVB, muss gewährleistet sein, dass er zu jeder Zeit von jedem Ort zu jedem anderen Ort gelangt. Das nächste klassische Thema ist die Sauberkeit.
Hier habe ich einen anderen Ansatz. Wir sind uns alle einig, dass die Mülleimer öfter geleert werden müssen. Ja, das stimmt. Wir müssen es aber auch finanziell unattraktiver machen. Die finanziellen Mittel für die entsprechenden Truppen wurden gekürzt. Aber ich glaube, dass man auch viel mehr dahin kommen muss, den Kölnern wieder beizubringen, was für eine großartige Stadt Köln eigentlich ist.
Köln hat eine riesige Geschichte – sie ist die älteste Demokratie auf deutschem Boden. Für mich ist es ein Amt voller Demut, Oberbürgermeister zu sein. Der Hänneschen-Theater-Saal – das ist Kölner Geschichte. Es ist eine großartige Stadt. Wenn man den Menschen das wieder nahebringt – egal ob sie gebürtige Kölner oder Zugereiste sind –, wenn man ihnen vermittelt, was für eine großartige Stadt diese eigentlich ist, fängt jeder an, selbst darüber nachzudenken, wie man sie sauber halten kann. Ich glaube, dieser Lokalpatriotismus muss wieder in die Köpfe der Kölner hinein. Und da muss man mit gutem Beispiel vorangehen.
Frage von CNC:
Und wie wollen Sie das umsetzen? Also in Zusammenarbeit mit anderen Parteien, zum Beispiel dem Stadtrat. Wie planen Sie die Kooperation mit anderen Parteien?
Antwort von Matthias Büschges:
In den letzten zehn Jahren hatten wir keinerlei Kooperationen. Wir hatten zwar schon immer mal hinter den Kulissen Gesprächsangebote von anderen Parteien, die zu uns kamen und sagten: “Guter Ansatz, aber gebt uns lieber den Antrag, damit er in der Sache gestellt werden kann.” Wir haben Anträge schon mündlich beantragt und gesagt, vielleicht möchte der jeweilige Antragsteller das übernehmen. Eine Möglichkeit im Rat sind ja mündliche Änderungsanträge. Das wurde nicht gemacht, obwohl die Anträge in der Sache immer sinnvoll waren. Das haben auch die anderen Parteien zugegeben. Wir müssen hier also ziemlich dicke Bretter bohren.
Wir haben aber vor, selbstverständlich weiterhin Sachpolitik zu machen, die auf Köln ausgerichtet ist. Und wir hoffen dann auf die Gesprächsbereitschaft der anderen Fraktionen. Aber ich bin da eher pessimistisch.
Frage von CNC:
Sie haben eben schon gesagt, dass Köln eine Stadt ist, die sich ständig verändert und es immer wieder Baustellen gibt, die man verbessern könnte – zum Beispiel Verkehr, Wohnungen oder Digitalisierung. Wenn wir uns eines davon aussuchen könnten, wo sehen Sie die größte Dringlichkeit?
Antwort von Matthias Büschges:
Oh, das ist wirklich sehr schwer. Ohne das eine geht es nicht. Ohne Verkehr geht es nicht. Wir haben eine eklatante Wohnungsnot, die wir angehen müssen. Wir müssen viel mehr bauen. Und ich erinnere mich an diesen “Passierschein A38”. Ich gehöre zu der Generation, die diese Hochhausläufe und Passierscheine kennt. Das ist die Kölner Verwaltung. Du brauchst hier einen Stempel, du brauchst dort eine Genehmigung. Wenn man das alles auf ein Minimum reduziert und Möglichkeiten schafft, kann schneller gebaut werden und es wird attraktiver für Investoren. Das ist aber genauso wichtig wie die Verkehrswende, weil jeder die Möglichkeit haben muss, sich fortzubewegen. Das ist ein Zweiklang, den wir nicht trennen können.
Frage von CNC:
Das waren jetzt die politischen Fragen. Jetzt kommen wir zu den gesellschaftlichen Fragen. Was möchten Sie konkret für Jugendliche, Studierende oder Familien verbessern?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich habe ja schon gesagt, mir ist wichtig, dass wir einen Familienausschuss schaffen. Meine Frau ist Sizilianerin, und ich weiß, was es heißt, in einer Familie aufgenommen zu werden. Ich habe selbst fünf Geschwister. Und für uns war es immer schwierig: Wohin sollen die Jugendlichen? Welchen Raum schafft die Stadt für Jugendliche? Man kann natürlich Parks oder Einkaufsstraßen nehmen, aber damit sind Jugendliche nicht glücklich. Das ist ein verlorenes Thema. Dadurch verliert man diese Generationen an verschiedene Randgruppen. Sie wissen nicht genau, wo sie hingehören.
Ich glaube, wir müssen diesen Gruppen viel mehr Raum geben, gerade Jugendlichen, aber auch Studenten. Wir haben ein riesiges Problem mit Einsamkeit. Wenn man das ein wenig aufbricht und Möglichkeiten schafft, wie zum Beispiel Begegnungscafés, die man ja selbst organisieren kann – es gibt bereits einige Projekte der Stadt –, wenn wir solche Möglichkeiten schaffen, dann ist diesen Generationen sehr geholfen.
Und jungen Familien: Es gibt ja dieses “Kiwi”, das Kölner Willkommenspaket für frischgebackene Eltern. Ich glaube, wenn man das ein wenig ausweitet, mit einer kostenlosen Mitgliedschaft in einem Sportverein, zum Beispiel bei Kind-Eltern-Kind-Touren oder Ähnlichem, knüpft man sofort Kontakte und hat einen festen Termin. Das spielt in das Thema Einsamkeit mit hinein. Gerade junge Mütter, vor allem alleinerziehende mit einem Säugling, haben eine höhere Tendenz, eine Wochenbettdepression zu entwickeln. Das muss man auffangen. Es gibt viele, oder eigentlich viel zu wenige Projekte. Es gibt zwar Projekte, aber es wird zu wenig darüber gesprochen.
Frage von CNC:
Welche Maßnahmen planen Sie denn gegen soziale Ungleichheit in Köln?
Antwort von Matthias Büschges:
Wir haben selbstverständlich eine soziale Ungleichheit. Wir müssen uns aber auch darauf konzentrieren, was vor allem Jugendliche mitbringen. Selbstverständlich sind viele Diskussionen total spannend, ob Schuluniform oder nicht. Aber auch über Kleidung, Stil und das Elternhaus wird sich schon sehr stark definiert. Deswegen bin ich zum Beispiel ein großer Freund von Schuluniformen. Es macht ja nicht nur gleich, sondern es nimmt vor allem auch den Druck heraus – den Druck in den Klassen, für sich selbst, für die Gruppe und die Dynamik.
Nichtsdestotrotz werden diese sozialen Ungleichheiten auf kommunaler Ebene kaum zu beheben sein. Wir können es nur so attraktiv wie möglich machen und Kindern, Jugendlichen oder auch jungen Erwachsenen die Möglichkeit geben, sich zu engagieren und einen breiten Freundeskreis zu finden, um das ein wenig auszugleichen. Aber die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich werden wir in Köln leider nicht lösen können.
Frage von CNC:
Und jetzt zu den persönlichen Fragen. Was hat Sie persönlich dazu motiviert, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich arbeite seit zehn Jahren für die AfD-Fraktion, seit 2019 als Fraktionsgeschäftsführer und sitze seit 2020 selbst im Stadtrat. Und ich habe gesehen, dass unter Henriette Reker die Missstände verweichlicht wurden. Wir haben viele Altlasten übernommen.
Jeder Oberbürgermeister muss ein Projekt schaffen, das sein Leidenschaftsmerkmal ist. Das möchte ich aber nicht. Ich glaube, man macht sich damit unglaubwürdig, wenn man anfängt: „Ich möchte jetzt einen Eiffelturm hier in die Ecke stellen.“ Das ist utopisch. Aber es ist auch nicht wie die neue Oper, sondern wie eine Baustelle, die fertiggestellt wird. Deswegen müssen wir uns den Status quo ansehen, schauen, was sich lohnt, was wir umsetzen können, und daran arbeiten. Also erst einmal diese ganzen Prestigeobjekte fertigstellen, bevor ich sage, ich könnte etwas Eigenes schaffen. Aber das ist nur eines dieser vielen Themen.
Mir geht es um Familien, um Sicherheit, um Kindergartenplätze. Es ist ein riesiges Sammelsurium an Themen, bei denen ich im Stadtrat gemerkt habe, dass sie nicht funktionieren. Irgendwie ist der politische Wille nicht da, um auch den letzten Dreh zu machen. Wir haben, und darüber gibt es eine Statistik der Stadt Köln, eine Unterversorgung an Kita-Plätzen zum Beispiel. Ich bin davon akut betroffen und habe dieses Thema eingebracht, aber der politische Wille ist nicht da. Und da sage ich, ich glaube, wir brauchen für das Amt des Oberbürgermeisters jemanden, der sowohl im Leben steht als auch ganz nah an den Problemen dran ist. Ich glaube, wenn wir uns um die jungen Familien, um Kinder und um Jugendliche kümmern, können wir ganz viel erreichen.
Frage von CNC:
Davon unterscheidet sich auch die Nähe zu den Problemen und dieser politische Wille von den anderen Kandidaten.
Antwort von Matthias Büschges:
Ja, genau. Ich würde schon behaupten, dass ich einer der wenigen bin, der auch… ich habe mich gestern in Chorweiler auf eine Bank zu älteren Leuten gesetzt, die, ja, wie soll ich sagen, vertraulich gesprochen, eher nach Kölsch und Bauern klingen. Und die haben mich auch gefragt: “Was ist denn eure Verbindung zu der Stadt? Wir haben keine.” Und ich glaube, dass wir ganz viele Menschen in diese Beliebigkeit verloren haben, die sich denken: “Ach, es ist eigentlich egal, was vor meiner Tür passiert.” Und das in so einer großartigen Stadt wie Köln.
Ich würde mir wünschen, das zu betonen. Wenn jeder seinen Müll wegräumt und ich mit gutem Beispiel vorangehen kann, dann ist das das größte Geschenk, das ich dieser Stadt machen kann – voller Demut. Ich glaube, das ist es. Voller Demut, das Amt zu leiten. Mir geht es auch gar nicht um Prestige oder einen Fahrdienst, das brauche ich alles nicht. Ich möchte wirklich Köln verändern. Und ich glaube, wenn ich mit gutem Beispiel vorangehe, kann ich ganz viele Menschen mitnehmen.
Frage von CNC:
Welche Werte haben Ihre politische Laufbahn besonders geprägt?
Antwort von Matthias Büschges:
Ja, diese Wertefragen sind besonders spannend. Ich bin selbst ein sehr, sehr loyaler Mensch. Für mich ist es wichtig, dass es Verbindlichkeit gibt und ich mich auf Menschen verlassen kann. Und ich habe immer das Gefühl gehabt, dass die etablierte Politik sich so ein bisschen verabschiedet hat. Ich lasse mich da auch gerne auf eine Diskussion ein, aber für mich hat sich die Politik, gerade in Köln, wie aus einem Elfenbeinturm entwickelt, der auf die Kölner herabschaut und sagt: „Ihr müsst das jetzt aber alles so machen, wie ich das will.“ Und ich glaube, so funktioniert Politik nicht.
Ich glaube, man möchte einen greifbaren Politiker haben, den man anfassen kann, der auch mal durch die Einkaufsstraße geht. Und ich glaube, das fehlt. Das sind so die Werte für mich. Ich glaube, wir verlieren ganz viele Menschen, und das wird uns gerne nachgesagt, in die extrem rechte Ecke, aber vielleicht auch in die extrem linke Ecke, weil sie sagen: „Politik ist für mich nicht mehr greifbar.“ Ich weiß nicht, ob ihr die Kölner Abgeordneten im EU-Parlament kennt, oder noch mehr als mich aus dem Stadtrat. Und da sage ich, das ist eigentlich schade, weil das eure direkten Ansprechpartner sind, die direkt etwas für euch verändern können. Und deswegen: Ich habe in den letzten zwei Wochen Hunderte von Anfragen bekommen und ich beantworte jede Anfrage persönlich.
Weil die Leute eben den OB-Kandidaten Matthias Büschges fragen und nicht das Team um Matthias Büschges. Und ich glaube, dass das dazugehört, wenn man ehrlich und authentisch sein möchte.
Frage von CNC:
Auf globaler Ebene, welche Verantwortung trägt Köln Ihrer Meinung nach in der globalen Klimakrise zum Beispiel?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich glaube, dass wir als Kommune wegkommen müssen von dem Gedanken, dass wir sehr viel verändern können. Wenn wir aber eine Vorbildfunktion einnehmen und es ehrlich meinen, dann müsste auch eine ehrliche Verkehrsveränderung umgesetzt werden. Man müsste es nicht über Preise unattraktiv machen, Auto zu fahren, sondern man könnte die Taktung erhöhen und andere Gebiete anbinden. Wenn ich zum Beispiel aus Wesseling 20 Minuten mit dem Bus oder der Bahn in die Stadt brauche, dann fahre ich schon mit der Bahn. So muss man gar nicht an irgendwelchen Schrauben wie Benzinpreisen drehen, keine Verkehrsexperimente machen. Man kann es eben so attraktiv wie möglich machen, ohne Verbote. Und das geht.
Deswegen glaube ich, wenn wir die Ideologie ein wenig aus dem Klimawandel herausnehmen, dass wir dann, wenn wir etwas nüchterner an die Sache herangehen, erkennen werden, dass wir als Deutschland sowieso Vorreiter sind und in Köln allein gar nichts verändern können. Und ich weiß nicht, ob ihr das zufällig wisst: Es gibt diese Norm aus Brüssel, die vorschreibt, zwölf Meter von den Hauptstraßen entfernt zu messen. Diese NOx-Messungen werden ja in der Innenstadt und auf dem Ring quasi direkt am Auspuff gemessen. Die EU-Verordnung erlaubt aber, die Messungen bis zu, ich glaube, 12 oder 20 Meter entfernt durchzuführen. Das heißt, es könnte auch locker in der Nebenstraße sein, aber da wären die Werte wahrscheinlich alle in Ordnung. Das bedeutet, man hat natürlich immer so eine Art ideologische Verpflichtung, auch möglichst problematische Werte zu schaffen, um dann zu sagen: “Jetzt müssen wir aber alle über eine autofreie Innenstadt nachdenken.” Ich glaube, eine autofreie Stadt funktioniert nicht, weil zu viele Menschen auf das Auto angewiesen sind. Unabhängig von Feuerwehren und Rettungskräften brauchen gerade auch Rentner und Handwerker das Auto.
Die brauchen aber auch einen barrierefreien Zugang in die Innenstadt. Und Leute, die vielleicht einen Tiefgaragen-Stellplatz haben, weil sie das nötige Kleingeld dafür haben, sollen auch weiterhin Auto fahren, wenn sie das möchten. So funktioniert der Markt. Wenn man ein Konkurrenzprodukt schafft, das gut ist – und die KVB kann gut sein, wenn man sie lässt oder wenn man sie nicht kaputt spart oder andere Prioritäten setzt –, ist es durchaus möglich, auch alles attraktiver zu machen. Deswegen habe ich immer gesagt: Jeder soll sich so frei bewegen, wie er es möchte – mit dem Auto, dem Fahrrad, dem E-Roller, was auch immer. Wir müssen es nur ermöglichen. Und mehr soll die Stadt gar nicht tun.
Frage von CNC:
Viele Menschen hatten ja auch Probleme mit den Grünen, gerade weil sie viele Verbote, in Richtung Bundestag, mit einbeziehen wollen. Die Gesellschaft ist so einschränkend geworden, nur damit wir klimafreundlicher sind. Und das war das Problem für viele Menschen.
Antwort von Matthias Büschges:
Genau. Wir haben das Beispiel der Verkehrsregelung an der Trankgasse, direkt am Dom. Das ergibt doch gar keinen Sinn. Man muss außen herumfahren, über die Konrad-Adenauer-Straße, um dann diese paar hundert Meter wieder einzufahren. Wie möchte man das denn den Menschen erklären, die sagen: “Hey Leute, das ergibt doch gar keinen Sinn. Dann fahre ich lieber dadurch, als diese Umwege zu nehmen, wofür? Für das Klima?” Das kann man den Leuten nicht erzählen. Und das ist eben das große Glaubwürdigkeitsproblem der Grünen. Sie versuchen es nämlich dann damit zu argumentieren, dass wir es für das Klima brauchen. Das ist Unsinn. Und das verstehen die Leute langsam. Deswegen entzaubern sich die Grünen dadurch meiner Meinung nach selbst. Ich glaube nicht, dass es mit Verboten funktioniert, wenn man eine autofreie Innenstadt haben möchte, sondern man muss es attraktiv machen, andere Produkte zu nutzen. Und mehr ist dann auch nicht meine Aufgabe. Ich als Oberbürgermeister dürfte es niemals werten, wie ihr in die Innenstadt fahrt. Hauptsache, wenn ihr in die Innenstadt wollt, müsst ihr dort ankommen können.
Frage von CNC:
Wie kann und soll Köln überhaupt internationaler werden? Zum Beispiel im Bereich Kultur oder Austauschprogramme mit anderen Ländern?
Antwort von Matthias Büschges:
Köln ist sowieso schon ein Alleinstellungsmerkmal. Köln ist die meistbesuchte Stadt der Welt. Der Rhein ist der meistbesuchte Fluss. Und diese Kombination gibt es nirgendwo anders auf der Welt. Ich glaube, dass dieses überfordernde Angebot an Museen sowieso kaum genutzt wird. Ich finde es eigentlich sogar ziemlich schade, dass wir eine so riesige Anzahl von Museen haben, die alle ihr eigenes Ding machen. Ich glaube, wenn man es auf wenige Museen beschränken würde, würde es viel mehr Leute anziehen. Zum Beispiel das Römisch-Germanische Museum, wo unten amerikanische Präsidenten gesessen haben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Der Kölner Dom allein ist schon ein kulturelles Highlight. Auch das Wallraf-Richartz-Museum, das ist ja beeindruckende Kölner Geschichte.
Köln ist bereits international, so international, dass man es kaum mehr sehen möchte. Wenn man im Ausland ist, sagen alle Bekannten aus dem Kölner Umland, dass sie aus Köln kommen, weil jeder auf der Welt etwas mit Köln anfangen kann. Und damit meine ich gar nicht die Diskussion um den “Armlängen-Abstand”, sondern wirklich Kultur: der Kölner Dom, der Karneval. Wir müssen uns nicht verstellen, um erfolgreich zu sein. Wir müssen ehrlich und authentisch bleiben. Und ich glaube, das kann der Kölner.
Frage von CNC:
Wenn wir uns ein wenig auf Ihre Ziele fokussieren, was möchten Sie in den ersten 100 Tagen im Amt umsetzen? Oder was planen Sie?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich bin das schon oft gefragt worden. Das ist eine Frage, bei der jeder so eine Erwartungshaltung hat: Was kann oder was sollte der Oberbürgermeister umsetzen? Und ich werde Sie enttäuschen, wenn ich sage, mir geht es erst einmal darum, meine Verwaltung kennenzulernen. Mit wem arbeite ich zusammen? Wie sieht die Verwaltungsstruktur aus? Ich möchte die Leute kennenlernen, mit denen ich zusammenarbeite, bis hin zum untersten Rang.
Und dann muss ich anfangen zu sondieren. Man weiß offiziell, was alles im Haushalt steht. Aber ich muss erst einmal sondieren, wofür die Stadt so viel Geld ausgibt. Ja, ich weiß, dass wahrscheinlich etwas mehr als 90 % des Haushalts fix sind. Aber diese 10 %, das sind die Stellschrauben, an denen wir ein wenig drehen können. Und da muss ich sagen, welche Projekte gibt es? Muss man die alle durchfinanzieren? Können wir sie auch auf den Prüfstand stellen? Ich bin zum Beispiel ein großer Freund der Demokratieklausel. Wenn man zum Beispiel ein Projekt für irgendeinen Demokratieförderer hat, dann muss man diese Demokratieklausel, also das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, unterschreiben. Gleiches gilt für die Anmietung von öffentlichen Räumen. Aber das sind Sachen, die muss ich natürlich erst einmal sondieren. Und ich glaube, ich würde die Kölner für dumm verkaufen, wenn ich sagen würde, die KVB sei danach saniert und der Neumarkt sauber. Das ist eine Illusion. Das hat Frau Reker in zehn Jahren nicht geschafft. Es wäre also wirklich utopisch, wenn ich sage, das ist das erste, was ich mache. Deswegen wird meine Arbeit in den ersten 100 Tagen vor allem viel schriftliche Arbeit sein und darin bestehen, meine Mitarbeiter kennenzulernen.
Frage von CNC:
Viele Bürger erwarten ja auch immer, dass etwas so schnell wie möglich geändert wird oder welcher Politiker am schnellsten etwas verändert hat. Dabei geht es eigentlich nur darum, wann etwas wirklich verändert wird, ob das jetzt oder in einem Jahr ist, und um die Qualität der Änderung.
Antwort von Matthias Büschges:
Für mich ist das eben auch eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit. Natürlich habe ich hochgesteckte Ziele. Wenn ich Ihnen erzähle, in 80 Jahren ist der Neumarkt sauber, dann zeigen Sie mir ein Foto davon. Ich habe ein Modell in der Schublade für den Neumarkt. Das werden wir auch nachher noch einmal auspacken, weil wir das dann im Stadtrat einbringen. Aber selbst das, die Infrastruktur fehlt vollkommen. Ich muss ja erst einmal dafür Werbung machen, Aufschriebe machen und so weiter. Es ist vollkommen illusorisch, Ihnen jetzt irgendetwas anderes zu verkaufen, außer: Ich muss erst einmal schauen, was ich da habe. Ich glaube, damit macht man sich ehrlich.
Frage von CNC:
Wo sehen Sie Köln in fünf Jahren, wenn Sie Oberbürgermeister werden? Auch so eine ähnliche Frage.
Antwort von Matthias Büschges:
Das ist schon mal eine bessere Frage, weil man dann ungefähr weiß, wie der Stand in Köln ist. Und ich glaube, dass am Ende jeder für sich selbst bewerten muss. Ich sehe in fünf Jahren eine saubere und sichere Innenstadt. Ich sehe keine vollen Mülleimer mehr. Ich sehe Spielplätze mit vielen Kindern. Ich sehe auch mehr Jugendzentren. Ich sehe eigentlich Köln in seiner Großartigkeit, wie es so oft besungen wird – „war das früher schöner in Köln“. Ich glaube, es reicht mir schon, wenn jeder ein bisschen merkt: “Ach, das ist aber schön hier” oder “Das haben sie schön gemacht.” Das merkt man allein schon, wenn man durch eine saubere KVB läuft und keine Angst haben muss, von dem Junkie nebenan passiv zu rauchen. Das ist alles schon passiert. Deswegen ist es ganz individuell. Aber wenn jeder für sich bewerten kann: “Ach, das hat er eigentlich gar nicht so schlecht gemacht”, ist das das größte Kompliment.
Frage von CNC:
Was wäre für Sie persönlich ein Erfolgsmoment, bei dem Sie sagen würden, da hat es sich gelohnt, als Oberbürgermeister zu kandidieren?
Antwort von Matthias Büschges:
Ich glaube, dass der Weg so ein bisschen das Ziel ist. Ich habe mich natürlich, vor allem am Anfang meiner Kandidatur, sehr darauf fokussiert zu sagen: “Ich möchte auf jeden Fall Oberbürgermeister werden” oder “Ich möchte in die Stichwahl kommen.” Mittlerweile sage ich, ich habe so viel über die Stadt und über die Menschen kennengelernt seit dem 17. Mai, seit meiner Bestätigung mit meiner Kandidatur, dass das schon das Ziel ist. Ich habe unglaublich viele tolle Leute kennengelernt, die alle auch ihre eigene Vision von Köln und ihre eigene Vorstellung haben. Ich glaube, das ist schon ein großer Triumphmoment für mich, weil ich dadurch zeigen konnte: Ich bleibe einfach ein bodenständiger Typ, der ich auch vorher war. Und ja, eigentlich habe ich meinen Erfolgsmoment schon. Das wird natürlich dann hoffentlich für eine gute Wahl gewürdigt, aber wir müssen uns da keine Illusionen machen, unter uns gesagt: Oberbürgermeister werde ich nicht. Aber wer weiß, es ist eine Runde Tüte.
Frage von CNC:
Ja, es ist alles möglich. Was wünschen Sie sich am meisten von den Bürgern in Köln, um gemeinsam Veränderungen zu erreichen? Auch falls Sie jetzt nicht Oberbürgermeister werden. Was wünschen Sie sich von den Bürgern?
Antwort von Matthias Büschges:
Also, ich habe ja gesagt, es gibt Hunderte von Anfragen. Ich glaube, die Kölner müssen anfangen, die Politik für sich greifbar zu machen. Man wird die Politik nicht zu den Menschen hinbewegen können, sondern die Menschen sollen noch aktiver auf die Politik zugehen. Sie sollen ihre Nöte und Sorgen mitteilen, und zwar ruhig auch der Kommunalpolitik. Denn so weit sind wir gar nicht entfernt. Ich bin auch ein ganz normaler Typ, der zu Hause mit Wasser kocht. Und ich hatte einen ganz interessanten Mailverkehr mit einem Biologie-Studenten. Es ging um die Katzen am Großmarkt. Ich sagte ihm, weil Sie das ja kennen, dort wird abgerissen. Er sagte, das sei total schade. Und er fragte, was ich denn als Oberbürgermeister machen würde. Ich habe ihm ganz ausführlich geantwortet. Er sagte: “So ein Zufall, mir hat keiner von den anderen OB-Kandidaten geantwortet.” Das wollte er mir noch mal rückmelden. Und ich habe ihm dann gesagt: “Lassen Sie uns doch in Kontakt bleiben. Sie haben eine Idee von Köln, Sie haben eine Idee von diesem Großmarkt. Und ich kann nur davon lernen.” Ich bin ja nicht allwissend und habe kein Allheilmittel. Ich kann nur von den Menschen lernen, die sich damit auskennen. Und ich glaube, das war für ihn ein total überraschender Moment, weil er gesagt hat: “Damit habe ich nicht gerechnet, dass diese Art von Antwort kommt.” Man kriegt von der Politik oft Phrasen, mit denen man im ersten Moment zufrieden ist, weil man denkt: “Das hört sich aber super an, was der da sagt.” Aber im Endeffekt ist das eigentlich auch nur heiße Luft. Deswegen ist für mich wichtig, auch in den nächsten fünf Jahren, sollte ich nicht Oberbürgermeister werden, dass die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten immer noch zu mir kommen können und müssen. Denn nur gemeinsam können wir diese Stadt verändern. Das wird ja nicht von oben diktiert, sondern ganz im Gegenteil, das ist eine gemeinschaftliche Arbeit. Und ich bin ja auch immer noch Bürger dieser Stadt. Zwar der erste Bürger, aber immer noch Bürger. Ich hoffe, dass, wenn man den Kontakt miteinander hält, das auch in Köln eine ziemlich tolle Sache werden kann.
Frage von CNC:
Welche Rolle spielen dabei Jugendliche?
Antwort von Matthias Büschges:
Kinder und Jugendliche sind gerade diejenigen, denen man am meisten zuhören müsste. Denn ihr seid nah an eurer Lebenswirklichkeit. Ihr habt die Infrastruktur Schule, ihr habt die Infrastruktur, um hierherzufahren. Ich weiß nicht, ob man hier gut auf die Toilette gehen kann. Ich müsste mich damit gleich mal beschäftigen. Aber das sind Dinge, die kann zum Beispiel die Kommunalpolitik viel eher lösen. Und wenn ich die Schüler direkt frage: “Was wäre euch wichtiger? Eine Städtepartnerschaft mit irgendeiner Stadt in, keine Ahnung, Kanada, oder saubere Schultoiletten?”
Antwort von CNC:
Dass unsere Schultoiletten sauber sind.
Antwort von Matthias Büschges:
Das ist zum Beispiel Politik zum Anfassen. Wir müssen anfangen, Prioritäten zu setzen, aber auch den Menschen zuzuhören, die nah an diesen Problemen dran sind. Also in dem Fall euch. Ich finde es ein Unding, dass die Schultoiletten – alle, auf denen ich bisher war – in einem miserablen Zustand sind. Wir haben in Pulheim zum Beispiel, oder war es in Wesseling, ich weiß nicht mehr genau, wurden die Eltern aufgefordert, die Schultoiletten mit zu sanieren. Ganz ehrlich, wir haben so viele Steuereinnahmen. Dafür muss doch Geld übrig sein. Deswegen glaube ich, wenn man sich viel mehr auf sich selbst konzentriert und dabei vor allem den Blick auf Kinder und Jugendliche richtet, die eben nah an diesen Problemen dran sind, ihnen zuhört und sie mit einbindet, dass wir dann ganz viele Probleme lösen können.
Das kann doch nicht zufriedenstellend sein. Es ist weder für Schüler zufriedenstellend, weil sie in eine sanierungsbedürftige Schule kommen und aus dieser sanierungsbedürftigen Schule auch wieder gehen. Die Politik versagt also in so vielen Dingen, und auch das ist ein riesiger Ansporn, den Kontakt zu den Menschen zu halten. Dann gehören natürlich Kinder, Jugendliche und Studenten dazu. Ihnen muss man aber aktiv zuhören. Deswegen sage ich: Schreibt mir einen Wunschzettel, den nehme ich mit. Natürlich muss ich das dann mit allen anderen Schülern auch machen. Aber wenn man radikal den Rotstift ansetzt, zum Beispiel bei Projekten, die niemals eine Demokratieklausel unterschreiben würden – die gibt es ja auch –, dann streicht man diesen die Mittel. Und dann ist auf einmal ein Klassenzimmer restauriert oder Toiletten oder eine Aula. Denn ich finde es ist ein Unding, dass wir das von Eltern abverlangen, die sowieso schon so viele Steuern zahlen. Und von Kindern und Jugendlichen, die sowieso schon mit dieser Realität konfrontiert sind, was der Staat eigentlich nicht für sie tut. Wieso soll man denn dazu motiviert werden, Steuern zu zahlen? Weil es die Eltern gemacht haben? Und da sind Kinder und Jugendliche sowieso viel weiter als Erwachsene, weil sie die Zusammenhänge auch eher hinkriegen. Globalisierung findet ja vor allem übers Handy statt. Dafür braucht man keine Zwangsfusion mit einer anderen Kommune, sondern man kann das Geld eher einsparen.


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