Kategorie: Politik

  • Donald Trump – Wie Macht, Hass und Politik die USA spalten

    Donald Trump – Wie Macht, Hass und Politik die USA spalten

    Donald J. Trump, zweifacher Präsident und vielleicht einer der polarisierendsten Politiker der Neuzeit. Mit radikalen, kontroversen Entscheidungen gewinnt er immer mehr Anhänger. In ihren Augen ist er der einzige, der „Amerika wieder groß machen kann.“ Für seine Gegner jedoch steht er für Chaos, Manipulation und die bewusste Spaltung des Landes. Was treibt ihn an, und was bedeutet seine erneute Kandidatur für die USA – und die Welt? Hier ein Blick auf seine Vergangenheit, seine Ziele und die möglichen Konsequenzen.

    Eskalationen und Konflikte: Trumps erste Amtszeit

    Trump trat sein Amt mit dem Versprechen an, das „Establishment“ in Washington zu erschüttern. Er versprach, alte Strukturen aufzubrechen und die Wirtschaft auf Vordermann zu bringen. Bereits 2017, nur ein Jahr nach der Wahl, trat sein Steuerprogramm in Kraft. Amerika erlebte einen Wirtschaftsboom – ein kurzfristiger Erfolg, den seine Anhänger als großen Triumph feierten. Doch was lag hinter dem Boom? Ein noch tieferer Schnitt in die soziale Ungleichheit: Reiche profitierten massiv, während die Staatsverschuldung explodierte und viele Amerikaner leer ausgingen.

    Sein „America First“-Ansatz führte zu einer isolationistischen Außenpolitik. Trump zog die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zurück, leugnete die Dringlichkeit der Klimakrise und machte klar, dass Umweltschutz für ihn Nebensache war. „America First“ – aber auf Kosten der Welt und künftiger Generationen? Während die USA unter Trump die Augen vor der Klimakrise verschlossen, standen internationale Partner fassungslos daneben. Zudem kündigte er das Iran-Abkommen und eskalierte die Handelsbeziehungen zu China, was die globale Wirtschaft und das Vertrauen in die USA erheblich belastete. Die Frage bleibt: Wer profitiert von dieser Politik wirklich?

    Frauenfeindlichkeit und umstrittene Äußerungen

    Trump ist nicht nur für seine politische Haltung bekannt, sondern auch für zahlreiche frauenfeindliche Kommentare und Vorfälle. In einem skandalösen Video von 2005 prahlte er: „Grab ’em by the pussy, you can do anything,“ und fügte hinzu, dass er als „Star“ Frauen nach Belieben anfassen könne. Trump zeigt keine Reue. Vielmehr verteidigte er sich, indem er es als „Locker Room Talk“ abtat, eine Ausrede, die viele Kritiker als lächerlich und empörend empfanden.

    Trumps frauenfeindliches Verhalten blieb jedoch nicht verbal. Während seiner Präsidentschaft kamen zahlreiche Frauen an die Öffentlichkeit und erhoben schwere Vorwürfe sexueller Belästigung und unangemessenen Verhaltens. Die Journalistin Natasha Stoynoff, die ihn 2005 interviewte, behauptete: „Er hat mich plötzlich an die Wand gedrückt und versucht, mich zu küssen.“ Für viele Amerikaner ist Trumps Verhalten ein Grund, ihn als ungeeignet für das Präsidentenamt zu betrachten. Hillary Clinton, Trumps Gegnerin bei der Wahl 2016, brachte es auf den Punkt: „Trump hat das Oval Office beschmutzt. Er ist eine Bedrohung für Frauen und eine Gefahr für die Demokratie.“

    Der Sturz 2020 und seine Folgen

    Trumps Weigerung, seine Niederlage bei der Wahl 2020 einzugestehen, spitzte die Lage gefährlich zu. Wochenlang behauptete er, die Wahl sei „gestohlen“ worden. Er startete zahlreiche Klagen, die vor Gericht reihenweise scheiterten. Doch für viele seiner Anhänger war Trump die einzige legitime Wahl. Der Höhepunkt folgte am 6. Januar 2021, als er eine Rede hielt, in der er seine Anhänger dazu aufrief, „stark“ zu sein. Kurz darauf stürmte eine wütende Menge das Kapitol in Washington. Es war ein Schock für die Welt – ein Angriff auf die amerikanische Demokratie, der bis heute nachwirkt und Trumps Rolle in der Geschichte der USA zutiefst prägt.

    Quelle: Washingtonpost.com

    2024 – Die Rückkehr der Verwüstung

    Unerwarteterweise ließ sich Donald Trump 2024 erneut aufstellen. Obwohl viele dachten, dass er sich nach den Skandalen aus der Politik zurückziehen würde, strebt Trump nun eine zweite Amtszeit an. Seine Politik wird radikaler. „America First“ – aber um welchen Preis? Strikte Einwanderungspolitik, härtere Sanktionen und ein noch strikteres Vorgehen gegen China stehen auf seiner Agenda. Er beginnt, ein düsteres Bild von Amerika zu zeichnen, mit Biden als seinem Hauptverursacher.

    Im Wahlkampf wettert er regelmäßig gegen Biden und die „radikale Linke“, die er für die wirtschaftlichen Probleme und die hohe Kriminalität verantwortlich macht. „Amerika zuerst“ klingt unter Trump jedoch immer mehr nach „Amerika allein“. Kritiker befürchten, dass seine Politik das Land noch weiter spalten wird. „Trump glaubt nicht an eine gemeinsame Gesellschaft, sondern an eine, die ihm blind folgt,“ erklärte ein prominenter Kritiker kürzlich. Seine radikalen Vorschläge zur „Reform“ des Justizsystems und der Verwaltung werfen ernste Fragen auf – viele sehen in ihnen nur den Versuch, sich selbst mehr Macht zu sichern und seine Gegner zu kontrollieren.

    Was bedeutet eine zweite Amtszeit Trumps?

    Eine zweite Amtszeit Trumps trifft die USA und die Welt mit voller Wucht. Seine „Reformen“ zielen darauf ab, die Justiz zu schwächen und die Verwaltung zu zentralisieren. Eine Gefahr für die demokratischen Institutionen und für den sozialen Zusammenhalt des Landes. Trump kündigte eine radikale Reform des Justizsystems an, von der seine Kritiker befürchten, dass sie die Gewaltenteilung schwächen und Trump mehr Macht geben würde, politische Gegner und unliebsame Behörden zu kontrollieren.

    Auf internationaler Ebene, deutet alles darauf hin, dass Trump seine Unterstützung für die Ukraine zurück ziehen will. Seine „Vision“ eines starken, unabhängigen Amerikas könnte das Land aus internationalen Bündnissen herauskatapultieren und in eine Isolation treiben, die neue Konflikte befeuern würde. Verliert die USA an Macht und Integrität?

    Das Vermächtnis Trumps – eine Gefahr für die Demokratie

    Donald Trump ist ein Politiker, der es wie kein anderer versteht, das Land zu spalten. Seine Präsidentschaft hat gezeigt, dass er für Macht und Einfluss bereit ist, demokratische Werte zu riskieren. Seine Pläne für eine zweite Amtszeit wirken wie der Versuch, sich selbst unantastbar zu machen – ein Angriff auf die Grundpfeiler der amerikanischen Demokratie. Sicher ist nur: Die Welt wird genau hinsehen, was Trump tut – und die Konsequenzen könnten weit über die Grenzen der USA hinausreichen.

    Quelle: ndtv.com

    Quellen:

    Baker, P., & Haberman, M. (2020). The Trump White House. Random House. National Public Radio (NPR), Brookings Institution – diverse Analysen und Berichte zu Trumps Politik Berichterstattung von Washington Post,

    New York Times und BBC zu den Ereignissen rund um die Kapitolstürmung und Trumps Wahlkampf 2024 Internationale Politik und Diplomatie – Berichte von Council on Foreign Relations und Carnegie Endowment for International Peace McCabe, D. (2021). Understanding Donald Trump’s Impact on American Democracy. Washington, D.C.: Brookings Institution.

  • HASS, HETZE, FASCHISMUS

    HASS, HETZE, FASCHISMUS

    Warum die AfD KEINE Alternative für Deutschland ist

    Probe für die Gesellschaft

    Die Alternative für Deutschland ist eine Partei, die unsere Gesellschaft auf die größte Probe stellt, die sie seit 1945 erleben musste. 2013 gegründet und 2021, kaum acht Jahre später, wurde sie als rechtsextrem eingestuft – eine Ideologie, geprägt von Nationalismus und Rechtspopulismus. Was passiert, wenn sich unsere Geschichtsbücher wiederholen?

    Die Idee des homogenen Volkes

    Die Idee eines homogenen Volkes scheint der AfD nahezuliegen. Also die vermeintliche Gleichartigkeit in Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Volkes. „Der Pass alleine macht noch keinen Deutschen. Als AfD sind wir deshalb dafür, das sogenannte Abstammungsprinzip, das bis vor kurzem noch gegolten hat, wieder einzuführen“, sagt etwa der AfD-Politiker Marc Jongen. Unter dem vorhin genannten Volk ist laut AfD eine Menschengruppe zu verstehen, welche „weiß“, „deutsch“ oder nationalistisch geprägt ist.

    Dadurch werden Menschen, die dieser Definition nicht entsprechen, als „feindlich“ und „außen“ angesehen. Die AfD sieht das „Volk“ als bedroht und spricht von einem „Schutz“ vor dieser vermeintlichen Gefahr: „Seit 2015 spaltete die illegale Zuwanderung von Millionen kulturfremder Menschen unser Volk“, sagte Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion in Thüringen.

    Lasst uns ein Ratespiel spielen.

    Was glaubt ihr, wie viele Neonazis gibt es unter den Reihen der AfD? Die Antwort: Mehr als einem lieb ist. Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks vom 12.3.2024 zeigt, das die AfD im Bundestag mehr als 100 Mitarbeiter*innen aus dem rechtsextremen Bereich beschäftigt. Darunter so einige Neonazis…

    Rechtsextreme Kriminalität wächst

    Auch rechtsextreme Straftaten haben sich in der Bundesrepublik im Jahr 2024 um 17 Prozent erhöht. Von 34.000 Straftaten waren über 21.000 Propagandadelikte und 5000 Volksverhetzungen. Laut Matthias Quent, einem Rechtsextremismusforscher, fühlen sich viele kriminelle Rechtsextremisten durch die Erfolge von Rechtsaußenparteien bestärkt

    Dadurch werden Menschen, die dieser Definition nicht entsprechen, als „feindlich“ und „außen“ angesehen. Die AfD sieht das „Volk“ als bedroht und spricht von einem „Schutz“ vor dieser vermeintlichen Gefahr: „Seit 2015 spaltete die illegale Zuwanderung von Millionen kulturfremder Menschen unser Volk“, sagte Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion in Thüringen.

    Oft sind rechte Straftäter Sympathisanten, Unterstützer oder sogar Mitglieder der AfD. „Der Ton in der AfD ist aggressiver geworden, und es werden feindliche sowie menschenfeindliche Stereotype über Minderheiten verbreitet”, so der Friedensforcher Andreas Zick.

    Die momentan zweistärkste Partei, die nicht nur gezielt Falschinformationen verbreitet, sehr stark auf Propaganda zurückgreift und ein altes Frauen- bzw. Familienbild verkörpert – führt zur einer ähnlichen rassistischen Spaltung in Deutschland, wie wir sie zuletzt 1933 gesehen haben.

    Was passiert, wenn eine Partei wie die AfD weiterhin wächst und unsere gesamte Politik sich immer weiter dem Rechtsdruck hingibt? Der letzte Fehler dieser Art liegt noch nicht so weit zurück. Wenn uns Zeitzeugen immer und immer wieder warnen, dass wir an einem Scheideweg stehen, wie sie es schon einmal erlebt haben – wie können wir dies weiterhin teilnahmslos geschehen lassen?

    Die Risse dieser Zeit begleiten uns noch heute, in und außerhalb Deutschlands. Wir    haben     gesehen,     wie     extremistische Ideologien in der Vergangenheit das Leben von Millionen zerstört haben.

    Wir haben gesehen, was passiert, wenn Hass zum Alltag und Ausgrenzung zur politischen Strategie wird.

    Wie kann es dann sein, dass die Antwort auf die Frage wieder dieselbe ist?

    Denn letztendlich steht es fest – das Problem sind noch nie die Ausländer gewesen.

    Unsere Zeit zu handeln ist jetzt.

    Lasst uns die größte Macht der Menschheit ausführen: Solidarität, Freiheit und Menschenwürde. Bewahren wir, was davon noch übrig ist oder noch übrig bleiben wird.

    Die AfD ist keine Alternative für Deutschland. Sie ist eine Gefahr, die wir aufhalten müssen, bevor es zu spät ist.

  • Zwischen Israel und Palästina: Eine Brücke des Dialogs

    Zwischen Israel und Palästina: Eine Brücke des Dialogs

    Was wir vom Besuch zweier Friedensaktivisten über Respekt und Perspektivenvielfalt lernen können

    Am 30.10.2024 bot sich unserer Schule die besondere Gelegenheit, Shai Hoffmann, einen Deutschen mit israelischen Wurzeln, und Zakariyya Meißner, Deutsch-Palästinenser, bei uns willkommen zu heißen. Ihr Besuch eröffnete uns neue Perspektiven auf die Konflikte im Nahen Osten und vermittelte wertvolle Ansätze für einen konstruktiven Perspektivwechsel.

    Wer sind Shai Hoffmann und Zakariyya Meißner? 

    Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, Jouanna Hassoun, eine Palästinenserin, und Shai Hoffmann, zu interviewen und ihnen brennende Fragen zu ihrer Arbeit zu stellen. Sie sind Gründer und Dialogführer von “Trialog” und besuchen Schulen, um mit Schülern über den Nahost-Konflikt zu sprechen und in den Dialog zu treten. Gemeinsam mit “Gesellschaft im Wandel” produzieren sie Bildungsvideos, stellen Begleitmaterial zur Verfügung und bieten Fortbildungen an, um umfassend über den Palästina-Israel-Konflikt zu informieren. Zakariyya Meißner, als Teil ihres Teams, besuchte uns im Oktober gemeinsam mit Shai Hoffmann. Leider konnte Frau Hassoun sie nicht begleiten.

    Auf crossnewscologne.de können Sie sich das Interview vom letzten Jahr gerne durchlesen und mehr über Shai Hoffmann und Jouanna Hassoun erfahren.

    Zakariyya Meißner musste sich sein Leben lang als Deutsch-Palästinenser rechtfertigen und Position beziehen. Während eines Aufenthalts in Israel traf er auf drei Israelis. Anfangs war er skeptisch und unsicher, wie sich die Situation entwickeln würde. Doch im Laufe des Gesprächs spürte er zum ersten Mal, dass niemand ihn aufgrund seiner Herkunft oder seines Glaubens verurteilte. In diesem Moment wurde ihm bewusst, wie wichtig der Austausch zwischen verschiedenen Gruppen ist und welche Bedeutung es hat, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

    Was kriegen wir vom Nahost-Konflikt mit?

    Wir hatten die Gelegenheit, Begriffe zu nennen, die wir mit dem Nahostkonflikt assoziieren. Dabei fielen Worte wie „Krieg,“ „Leid,“ „Tod,“ „Staatsräson“ und „Hamas.“ Dieser Prozess ermöglichte es uns, tief empfundene Gedanken und Gefühle auszusprechen und sie mit anderen zu teilen. Der Zweck dahinter ist, zu verstehen, dass jeder auf unterschiedliche Weise von diesem Konflikt betroffen ist und dass wir gemeinsam Wege finden sollten, damit umzugehen.

    Wie stehen die Trialoge zu diesem Konflikt? 

    Shai und Zakariyya sind sich einig, dass es nicht darum geht, Schuldzuweisungen für den Konflikt vorzunehmen. Natürlich dürfen die Kriegsverbrechen Israels nicht ignoriert werden, ebenso wenig wie die verschleppten Geiseln der Hamas. Doch gegenseitige Schuldzuweisungen bringen keinen Fortschritt. Trotz der grausamen Handlungen sowohl von Israel als auch der Hamas ist es entscheidend, den verschiedenen Perspektiven in diesem Konflikt Gehör zu schenken. 

    Bei der Diskussion und der Frage-Antwort-Runde kamen wichtige Themen hervor, wie zum Beispiel „Verständnis und Empathie“. Shai und Zakariyya betonen die Bedeutung, Empathie auf beiden Seiten zu entwickeln und das Leid der anderen zu erkennen.

    Die Kriminalisierung von Symbolen wie der Palästinenser-Flagge oder dem Kofir (Palästinenser-Schal) in deutschen Schulen und Gesellschaften war ebenfalls ein Thema. Beide kritisieren, dass diese Symbole oft ohne Kontext als Zeichen für extremistische Positionen angesehen werden, wodurch die Bedeutung der Symbole, der Freiheit und Selbstbestimmung der Palästinenser ignoriert wird.

    Zakariyya antwortet auf die Frage einer Schülerin, indem er das Gefühl des Alleingelassenwerdens, das sie beschreibt, nachvollzieht. Er betont, dass er dieses Gefühl auch gut kennt und es mit vielen Menschen teilt, die in Situationen geraten, in denen sie zu “Betroffenen” gemacht werden. 

    Weiter erklärt er, dass er sich wünscht, dass diese Gespräche nicht nur geführt werden, sondern dass alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten, den Dialog zu fördern. Er fordert, dass man hinschaut und hinterfragt, warum solche Gespräche geführt werden sollten, um ein besseres Verständnis und eine breitere Anerkennung der verschiedenen Perspektiven zu schaffen. Die Trialoge distanzieren sich davon, die komplexen Themen des Nahost-Konflikts in ein vereinfachtes „Pro-Israel vs. Pro-Palästina“-Narrativ zu packen. Shai und Zakariyya fordern mehr Diskussionen, die nicht nur auf den moralischen Aspekten basieren, sondern auch auf den Grundrechten jedes Menschen und auf der Anwendung internationalen Rechts, wie dem Recht auf Selbstbestimmung. 

    Am 7. Oktober ereigneten sich brutale Ereignisse, bei denen 1200 Menschen getötet und über 230 Menschen verschleppt worden sind. Im selben Jahr wurde der Gaza-Streifen nahezu vollständig zerstört, was die Grundlage für das palästinensische Leben komplett vernichtete und es über 43.600 Ermordete gab, darunter 16.700 Kinder. Solche Ereignisse sollten empathische und mitfühlende Menschen auf beiden Seiten bewegen.

    Das Gespräch hat bei mir eine tiefe Nachdenklichkeit hinterlassen. Aber auch Hoffnung, weil ich sehen konnte, dass Menschen wie Shai und Zakariyya trotz aller Widrigkeiten den Mut und die Kraft aufbringen, Brücken zu bauen. Doch auch Traurigkeit, weil die Realität des Konflikts, die so oft missverstanden oder vereinfacht wird, immer noch eine große Distanz in unserer Gesellschaft schafft. Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen sich dieser intensiven Auseinandersetzung aussetzen und dabei versuchen, nicht in Vorurteilen oder Hass zu verharren. 

    Wir als Gesellschaft sollten mehr Raum für Verständnis und echtes Zuhören schaffen. So dass wir Empathie entwickeln und versuchen, auch die schmerzlichen Perspektiven zu sehen.

    Die Begegnung hat mich inspiriert, offener zu sein und immer wieder nach Wegen zu suchen, um Dialoge zu fördern und das nicht nur zwischen Nationen, sondern auch in unserem Alltag. Es bleibt mein Wunsch, dass solche Gespräche nicht die Ausnahme, sondern zur Regel werden, um zu einem wirklichen Verständnis beizutragen.

  • Blinder Blick auf Palästina 

    Blinder Blick auf Palästina 

    Wie die Welt Israels Unterdrückung übergeht 

    Der 7. Oktober 2023. Raketenangriffe aus dem Gazastreifen! Militante Palästinenser dringen in Israel ein! Die Terror-Organisation Hamas! 

    Das waren die Schlagzeilen, die wir am 7. Oktober 2023 zu Gesicht bekamen. Wir als Araber, wir als Muslime fühlen uns alle davon betroffen. Zu sehen, wie die Welt schweigt, während Ungerechtigkeit vor ihren Augen herrscht, tut in den Herzen aller Muslime weh. Das ist nicht die Welt, in der wir leben möchten. Das ist nicht die Welt, in der unsere Kinder und deren Kinder leben sollten.  

    Im Jahr 1948 fand die sogenannte „Nakba“ statt, was so viel heißt wie Katastrophe. Eine Katastrophe, die wir nie vergessen werden. Eine Katastrophe, über die wir nie schweigen werden. Die Flucht und Vertreibung von Millionen Palästinensern aus dem heutigen Gebiet Israel. Es schockiert mich zu sehen, wie Länder aller Welt sich vor die Kamera stellen und Solidarität und Verständnis für Israel zeigen. Ein Land, welches durch Brutalität und Kolonialisierung entstanden ist. Sie nahmen sich immer mehr Fläche, bauten immer mehr Siedlungen, vertrieben immer mehr Palästinenser aus ihrer Heimat. Bis schließlich nur noch der Gazastreifen und die West-Bank übrigblieben.  

    Der Gaza-Streifen. Das größte Freiluftgefängnis der Welt, wo knapp 2,1 Millionen Menschen in einer Fläche so groß wie Hamburg leben. Israel lässt nur eine begrenzte Menge an Ware in den Gaza-Streifen transportieren. Kontrolliert, wie viel Wasser und wie viel Strom sie bekommen. Ich schäme mich für Deutschland. Ein Land, welches aus der Geschichte lernen und nicht dieselben Fehler wiederholen sollte.  

    Die Sicherheit Israels sei „Staatsräson“, so unser deutscher Bundeskanzler Olaf Scholz. Deutschland steht also an der Seite Israels im Krieg gegen Palästina. Deutschland steht somit an der Seite von Mördern und Unterdrückern und verkündet dies live im deutschen Fernsehen.  Sie stellen Israel als das Opfer dieses Krieges dar. Das anscheinende Opfer des Krieges gegen Palästina.   

    Ich bitte die Leserinnen und Leser, die zurzeit die Nachrichten schauen, die Dinge nicht zu analysieren, basierend auf die Ereignisse des 7. Oktobers. Ihr fandet das schon schlimm? Das ist gar nichts in Hinblick auf die Ereignisse der letzten 75 Jahre, in denen die israelische Regierung tagtäglich Palästinenser bombardiert, ermordet, gefoltert und gefangen genommen hat. Es ist einfach für uns privilegierte Bürger, die in Frieden leben, unseren Mund aufzumachen und unsere Meinung zu sagen. Wir haben kein Tag, keine Stunde, nicht mal eine Minute der Angst und des Alltags erlebt, die die Palästinenser durchmachen mussten.  

    Laut der Statistica wurden zwischen 2008 und Oktober 2023 bis zu 7028 Palästinenser ermordet und über 155.000 verwundet. Allein seit dem 7 Oktober wurden über 61.709 Palästinenser getötet, darunter 17,492 Kinder . Der aktuelle Stand spricht von 111,588. 14.222 Menschen werden laut Al-Jazeera weiterhin vermisst. Über 700 Palästinenser wurden innerhalb von 24 Stunden getötet (Quelle: Al-Jazeera). Was ist mit den 800 Siedlern, die am 5. Oktober 2023 das Gelände der Al-Aqsa-Moschee, der heiligen Stätte der Muslime, stürmten? Oder die 248 Palästinenser, die zwischen dem 1. Januar und dem 4. Oktober 2023 von israelischen Streitkräften und Siedlern getötet wurden- the Guardian.? Ganz zu schweigen von der jahrzehntelangen Verweigerung der palästinensischen Menschenrechte und nationalen Bestrebungen eine Zweistaatenlösung herbeizuführen.

    Glaubt ihr wirklich, dass die Palästinenser diese Brutalität einfach dulden würden? Dass Israel mit ihrem Terror einfach davonkommen würde? Sich dann hinzustellen und zusagen, dass Palästina bzw. der Gaza-Streifen kein Recht hat sich zu verteidigen, ist absurd. Damit soll nicht die Ermordung unschuldiger Zivilisten gerechtfertigt werden. Aber Palästina muss ein Recht haben, sich zu verteidigen gegen den Landraub und dem Genozid durch Israel.

    Kein Recht auf Verteidigung, kein Recht auf Hoffnung, kein Recht auf eine Revolution. 

    Die EU steht da und sieht tatenlos zu und hat die Dreistigkeit Israel unseren Freund zu nennen. Die EU baut Schulen und Gebäude in der West Bank, Israel kommt und bombardiert sie wieder weg. Jahrzehntelang haben wir zugesehen, wie israelische Besatzungstruppen in palästinensische Häuser einmarschieren und sie zerstören, wie sie auf Kinder schießen und Journalisten umbringen, grundlos Gefangene nehmen, wie sie ganze Städte zerstörten und 2,2 Millionen Menschen in das größte Freiluftgefängnis der Welt einsperren. Und mit all dem kommen sie ungestraft davon.  

    Und nun nennt man Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten? Russland, Iran und weitere Länder nennen sich auch Demokratie. Das heißt nicht gleich, dass sie auch eine sind. Eine Demokratie verhaftet keine unschuldigen Zivilisten basierend auf deren Meinungen, zensiert keine Zeitungsartikel oder bestimmt, was berichtet werden soll und was nicht, verbietet nicht Menschen, ihre Religion auszuüben, herabwürdigt andere Menschen, oder tötet keine Journalisten. (die Welt) Laut der Jazeera wurden seit dem 7. Oktober bis zu 58 Journalisten getötet, 51 von denen waren Palästinenser. Selbst “die Welt” hinterfragt die demokratische Ordnung Israels.

    Die Welt verschließt die Augen vor den Gräueltaten Israels, sogar dann, wenn es eines der schlimmsten Kriegsverbrechen verübt, indem sie giftige weiße Phosphorbomben auf Gaza werfen. Weißer Phosphor ist eine von der UN verbotene Waffe, da der Abwurf von Phosphor aus der Luft über bewohnten Gebieten die Bevölkerung gefährdet. (Human Rights Watch, Euronews). Haben wir irgendwas davon in den Medien gehört? Wie Israel Kriegsverbrechen verübt und ganze Städte zerstört? Nein!  

    english.alarabiya.net

    Israel könnte vor laufender Kamera gehen und sagen: “Wir werden alle Kinder enthaupten“ und die Welt würde keine Einwände haben. Aber wartet mal! Sowas ähnliches ist doch passiert. Der Ex-Außenminister Avigdor Liebermann sagte 2015 laut Washington Post über illoyale Araber: „Diejenigen, die gegen uns sind, können nichts weiter tun. Wir brauchen nur eine Hacke und eine Axt, um ihnen den Kopf abzuschlagen.“ Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat erklärt, dass die Palästinenser keine Rechte haben, weil es “so etwas wie ein palästinensisches Volk nicht gibt”. Er bezeichnete die Palästinenser als eine Erfindung. “Gibt es eine palästinensische Geschichte oder Kultur? Es gibt keine”, sagte er laut LA Times.  Der israelische Knessetabgeordnete Ariel Kallner schrieb auf X, früher bekannt als Twitter:  “Im Moment gibt es nur ein Ziel: Nakba! Eine Nakba, die die Nakba von 1948 in den Schatten stellen wird. (..)”,  Was ist mit der ehemaligen Justizministerin Ajelet Shaked, die laut Washington Post 2015 einen Facebook-Post des israelischen Schriftstellers Uli Eritzur teilte, der palästinensische Kinder mit kleinen Schlangen verglich: “ihr Blut soll auf all ihren Köpfen sein. Dazu gehören nun auch die Mütter der Märtyrer, die sie mit Blumen und Küssen in die Hölle schicken. Sie sollten ihren Söhnen folgen, nichts wäre gerechter. Sie sollten gehen, ebenso wie die Häuser, in denen sie die Schlangen großgezogen haben. Andernfalls werden dort noch mehr kleine Schlangen aufgezogen werden.” Wie könnensich europäische Staaten hinstellen und Israel bei Rassismus und Unterdrückung unterstützen und Deutschland es noch unsere „Staatsräson“ nennt?  

    Ich bin entsetzt angesichts der Szenen, die sich seit dem 7. Oktober in Deutschland abspielen. Schockiert über das Ausmaß der Polizeigewalt auf Demonstrationen und dem rassistischen und anti-Islamischen Verhalten in Schulen. Schüler werden rassistisch behandelt und anhand ihrer Religion und ihrer Meinung benachteiligt oder anders behandelt, so das Migazin. Menschen werden nur wegen ihrer Meinung von der Polizei verhaftet oder gewalttätig attackiert. Demokratische Werte werden ignoriert und verboten. 

    Ist so das Deutschland, in dem wir leben möchten? Solches Verhalten lässt sich nicht nur auf der Straße beobachten. Die deutschen Medien berichten über Palästina deutlich einseitig. Israels Verhalten wird gerechtfertigt und Palästinas Verhalten wird verurteilt. Szenen in Palästina werden auf das Schlimmste in den Dreck gezogen und es wird versucht die Palästinenser in ein schlechtes Licht zu stellen.  

    Ein Beispiel wären etwa die freigelassenen Geiseln der Hamas. Während eine der Geiseln erklärte, dass sie Essen und Trinken bekam, ein Platz zum Schlafen hatte, nett von den Wärtern behandelt worden sei, berichteten die deutschen Medien nur von einem Satz der Geiseln. Und zwar, dass es eine „beängstigende Zeit“ war. Es wird wortwörtlich nach schlimmen Taten der Hamas gesucht, damit man sie schlecht dastehen lässt. Wie zum Beispiel das Gerücht der vierzig enthaupteten Babys. Eine Journalistin hat versehentlich im Fernsehen davon berichtet. Ihre Quelle? Nun, die Quelle war ein israelischer Soldat, den sie darüber reden gehört hat. . Später nahm sie ihre Aussage zurück. Die Einseitigkeit der deutschen Medien ist nicht zu übersehen und dafür gibt es auch keine Rechtfertigung. Nachrichtensendungen sind doch eigentlich dazu da, uns, das Volk, neutral über die Ereignisse dieser Welt zu informieren, damit wir uns eine eigene Meinung bilden können.  

    Die Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Neutralität der Presse wurden seit dem 07. Oktober stark eingeschränkt. Die ständige Angst von Menschen, etwas Falsches zu sagen, zu schreiben oder zu posten, ist schockierend. 

    Viele Gegner der Palästinenser beschuldigen die Menschen, die auf Pro-Palästina-Demos gehen, des Judenhasses und des Antisemitismus. Was sie nicht wissen, ist, dass die Pro-Palästina Demos nicht gegen Juden sind, sondern gegen die israelische Regierung und für die Freiheit Palästinas demonstrieren. Dagegen gibt es auch viele religiöse Juden, die sich dem Zionismus nicht anschließen, so die Jüdische Allgemeine.

    Ich finde es wichtig, an die furchtbaren Jahre des Holocausts zu denken und immer wieder die Verstorbenen des Holocausts zu erwähnen. Denn sowas soll nie wieder passieren. Aber ich finde auch, dass man heute politische Entscheidungen, wo Menschenleben auf dem Spiel stehen, nicht basierend auf den Ereignissen in der Vergangenheit treffen sollte. Was in der Vergangenheit passiert ist, soll auch in der Vergangenheit bleiben und keinen Einfluss auf die Sicherheit anderer Personen haben. Deutschland will den Antisemitismus einschränken? Kein Problem, so soll es auch sein. Deutschland will jüdische Gemeinde schützen? Kein Problem. Bin zu 100% dabei. Deutschland unterstützt Israel? Da hört die Bekämpfung des Antisemitismus auf, und es beginnt der Antiislamismus. Es ist kein Geheimnis, dass die israelische Regierung auf dem Weg eines Genozids ist und die Palästinenser wortwörtlich auslöschen will.

    Wann verstehen die Menschen endlich, dass die Bekämpfung der Unterdrückung Israels nichts mehr mit dem Antisemitismus zu tun hat. Man muss kein Muslim oder Araber sein, um gegen Israels Unterdrückung und Kolonialisierung zu sein. Man muss einfach nur ein Mensch sein. Und jeder der sagt, dass Israel hier das Opfer ist, ist falsch informiert. “ Wenn die Ukraine aufhört, sich zu verteidigen, dann wird die Ukraine fallen” so Annalena Baerbock. Das gleiche gilt für Palästina. Wir dürfen unsere Augen vor der Unterdrückung durch Israel nicht verschließen.  

    Wir lebten früher mit unseren jüdischen Brüdern und Schwestern im Nahen Osten Palästinas in Frieden und Glücklichkeit. Die Entstehung Israels hat dies vernichtet. Es gab keine arabischen Muslime, arabische Christen oder arabische Juden. Es gab einfach nur Palästinenser. Diese eine wunderbare Zeit wurde von Israel zerstört.  

    Aber das ist die Welt, in der wir leben. Wo die Gerechtigkeit und die Wahrheit keinen Wert mehr haben. Wo Geld und Ansehen wichtiger sind als Menschenleben. Eine Welt, in der Krieg und Unterdrückung zur Normalität wurden.  

    Wenn Israel eine Schweigeminute verdient, dann verdient Palästina, dass die Welt nie wieder spricht.  

  • Nach dem Pogrom  

    Nach dem Pogrom  

    Zwei Schüler unserer Schule, ein jüdischer und ein muslimischer, haben ihre Perspektive auf die Geschehnisse im Nahen Osten mit uns geteilt. Um heftige Reaktionen zu vermeiden, sind beide Artikel anonym veröffentlicht. Wir bitten alle Leser*innen, beide Kommentare zu lesen.  

    Warum muss man Israels Selbstverteidigung rechtfertigen?  

    Am Samstag, den 7. Oktober, stieg ich früh in Paris am Gare du Nord in einen Thalys, der mich zurück nach Hause bringen sollte. Ich verbrachte die drei Stunden mit Lesen, Malen und Langweilen – ohne zu wissen, was etwa 2.970 km Luftlinie weiter weg passierte. 

    Als ich mittags zu Hause ankam, sprang ich in die Arme meines Vaters, den ich eine Woche nicht gesehen hatte. Doch dann merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Und da sagte mein Vater etwas, das ich nie vergessen werde: „Krieg in Israel“. Mir blieb die Luft weg, in meinem Kopf stiegen Bilder auf. Bilder von Angst, Gewalt, Terror, Hass, der auf mich einströmte. Bilder von der Shoah. Mein Vater erzählte uns, was passiert war: der barbarische Angriff der Hamas, der in den frühen Morgenstunden so unbemerkt seinen Anfang nehmen konnte. Erzählte von den Massakern und Gräueltaten in den Kibbuzim im Süden Israels, erzählte von den Raketen und von den Geiseln. 

    In den folgenden Tagen verfolgten wir mit wachsender Furcht – wenn das überhaupt noch ging – die immer weiter steigende Zahl der Entführungs- und Todesopfer, die schnell über tausend wuchs. 

    Auch jetzt noch, mehrere Wochen nach dem Beginn dieses Krieges, haben wir Angst. Große Angst. Angst, die nächsten Opfer dieses Judenhasses zu sein – wie die jüdische Gemeinde in Berlin, die mit Molotowcocktails beworfen wurde, oder wie der ermordete Lehrer in Arras, Frankreich. 

    Und dann frage ich mich, was die anderen fühlen? Merken sie überhaupt, dass der Angriff der Hamas, nicht nur ein Angriff gegen Israel, sondern auch ein Angriff auf die ganze demokratische Welt ist? Mit der Hamas steckt der Iran unter einer Decke, der Iran paktiert mit Russland und China. Diese Länder, die sich weigern, den Terror der Hamas zu verurteilen, sind alle Diktaturen und Gegner Europas. Sollte uns das nicht zu denken geben? 

    Und ich frage mich, warum man die Selbstverteidigung Israels überhaupt rechtfertigen muss? Ist es nicht klar, dass ein angegriffenes Land sich verteidigen darf, soll, sogar muss? Es ist doch die Pflicht eines Staates, seine Bevölkerung zu retten und zu verteidigen. Nach dem grausamen Massaker vom 7. Oktober ist klar, dass der Gazastreifen nicht in der Gewalt der mörderischen Hamas bleiben darf. 

    Die Hamas ist eine Terrororganisation – der Bundestag und andere europäische Parlamente haben das schon vor vielen Jahren festgestellt. Viele glauben, die Hamas kämpfe für einen eigenen palästinensischen Staat. Tatsächlich aber sagen sie nicht nur ganz offen, dass sie Israel vernichten wollen, sondern drangsalieren auch die eigene Bevölkerung im Gazastreifen. Am 7. Oktober haben sie sogar Suhaib Abu Amr, einen Palästinenser aus Ostjerusalem, umgebracht. Wohl wissend, dass er Palästinenser war, nur weil er als Busfahrer bei dem israelischen Musikfestival war, dessen Teilnehmer sie abgeschlachtet haben. 

    Immer wieder und insbesondere jetzt benutzt die Hamas die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde für Raketenabschussrampen und unterirdische Verstecke. Sie legen es geradezu darauf an, in ihrem Kampf gegen Israel viel zu viele Opfer zu produzieren, um mit den Bildern von Elend ihre Propaganda zu machen. Es macht mich wütend, dass viele Menschen hier in Deutschland immer wieder auf diese verbrecherische Taktik hereinfallen und der Propaganda Glauben schenken. 

    Dabei sollte man gerade in Deutschland wissen, dass die Beseitigung eines verbrecherischen Regimes, das ein Land so fest im Griff hat wie einst die Nazis Deutschland, leider nicht ohne zivile Opfer möglich ist. Im Zweiten Weltkrieg haben Amerikaner und Briten Deutschland flächendeckend bombardiert. Unsere Befreiung hat 3,81 Millionen deutschen Zivilisten das Leben gekostet.  

    Waren die Alliierten schuld? Nein, die Nazis! Sind die Israelis schuld? Nein, die Hamas! 

    Ich frage mich, was man von Israel eigentlich erwartet? Stellen sich die Leute vor, die israelische Armee könne die Hamas-Terroristen in ihren Wohnungen verhaften wie ein Polizeikommando einen Einbrecher hops nimmt? Oder wollen viele etwa gar nicht verstehen, dass dies ein Krieg ist, in dem Israel um seine Existenz kämpft? Sobald es um Israel, dem einzigen jüdischen Staat in der ganzen Welt, geht, wird jeder Fehler aufgebläht: Die Kritik ist unverhältnismäßig. Warum? Ich fürchte die Antwort auf diese Frage ist ziemlich schrecklich. 

    Nein, ohne Fehler ist Israel nicht. Wo gibt es Menschen, die ohne Fehler sind? Aber diese aggressive Kritik, die im Augenblick überall ertönt, hat Israel nicht verdient.  

    Und wir Juden haben es nicht verdient, schon wieder Angst haben zu müssen!